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Aus der Region

Absagen eine Absage erteilen

Aktion der Kolpingjugend gegen Arbeitslosigkeit

Cottbus - Seit Jahren kämpft die Kolpingjugend gegen das Problem fehlender Ausbildungsplätze an. Mit einem etwas ungewöhnlichen Projekt will der Verband die Situation vieler Mädchen und Jungen erneut zur Sprache bringen.

Hundert Mal angeklopft und immer wieder vor die Tür gesetzt: Mancher Jugendlicher kann mit den Absagen, die er auf seine Bewerbungen bekommen hat, schon sein Zimmer tapezieren. Das entmutigt, macht traurig. Wo geht es hin mit der Zukunft vieler junger Menschen?

Keine großen Schritte, aber Zeichen

Unter dem Motto "Den Absagen eine Absage erteilen" hat die Kolpingjugend im Bistum Görlitz Anfang Dezember deshalb eine Aktion gestartet, die das Problem der Jugendarbeitslosigkeit auf ebenso kritische wie originelle Weise aufgreift. Gesammelt werden sollen Absageschreiben von Firmen an Jugendliche, die sich um einen Ausbildungsplatz beworben haben. "Die Jugendarbeitslosigkeit beschäftigt die Kolpingjugend schon einige Jahre", informiert Alexander Lattig, Diözesanleiter im Bistum Görlitz. "Auch die neue Aktion stellt dieses Thema in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Da wir keine großen Schritte tun können, wollen wir ein Zeichen setzen."

Hinter dem Projekt stehe die Frage, was mit den vielen Absagen passiert, die täglich verschickt werden. Sie landen meist in der Papiertonne, in einer Ablage oder werden geschreddert. Hier will die Kolpingjugend nach den Worten Lattigs ansetzen, indem sie die Briefe sammelt und im Juli mit einem Expertenteam der Kolpingjugend Deutschlands an führende Politiker in Berlin übergeben will. Kleinere Aktionen zum Thema sollen das Projekt im Bistum begleiten. "Die Kolpingjugend will zeigen, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, wenn Jugendliche keinen Ausbildungsplatz finden", meint Alexander Lattig. Jugendliche seien auch nicht "zu faul und zu dumm", um sich richtig zu bewerben.

Die Politik müsse vielmehr die Rahmenbedingungen verbessern, damit es sich auch für die Betriebe lohnt, Ausbildungsplätze zu schaffen. Die Umsetzung soll laut Lattig erst einmal in den katholischen Gemeinden im Bistum Görlitz erfolgen. Hierfür werden eigens für die Aktion produzierte Sammelboxen aufgestellt.

Mitarbeit in den Gemeinden gefragt

Zudem müssen Verantwortliche gefunden werden, welche die Aktion begleiten und sich als Ansprechpartner zur Verfügung stellen. Deshalb ist die Mitarbeit der Gemeinden besonders gefragt. Gesammelt werden speziell Fotokopien, wobei die Unternehmen, an die die Bewerbungen adressiert waren, unkenntlich gemacht werden sollen.


Infos und Rückfragen: Kolpingjugend im Diözesanverband Görlitz
E-Mail: post@kolpingjugend-dv-goerlitz.de
Internet: www.kolpingjugend-dv-goerlitz.de


Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 1 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 04.01.2007

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