Jetzt 4 Wochen kostenfrei Tag des Herrn lesen!
Aus der Region

"Ich habe meinen Weg gefunden..."

Die Gemeinschaft der Missionarinnen Christi besteht seit 50 Jahren

Die Missionarinnen Christi, die in Jena und in Leipzig leben. Obere Reihe von links: Susanne Schneider, Christine Zeis, Ruth Schmidl, Gerda Brockmeyer und Anna Eichinger. Untere Reihe: Ulrike Richter, Maria Wolfsberger und Maria Fokter. Foto: Harald Kirschner Die Missionarinnen Christi gehören zu den Gemeinschaften, die nach der Wende Niederlassungen in Mitteldeutschland gründeten. Heute leben und arbeiten die Schwestern in Jena und in Leipzig. Kürzlich konnte die Gemeinschaft das 50-jährige Bestehen feiern.

"Klösterliches Leben im Plattenbau. Sie werden lachen, das geht. Und selbst die Natur ist nicht weit entfernt", betont Schwester Christine Zeis, die in den 90er Jahren nach Leipzig kam und heute in Jena-Lobeda wohnt. Dort haben die Schwestern zwei Wohnungen angemietet, in denen sie miteinander leben, beten und arbeiten. Hier ist zudem Platz für Gäste, die entweder eine Zeit lang zusammen mit den Frauen mitleben wollen oder an Exerzitien teilnehmen. "Und wir haben einen eigenen Raum zum Beten", sagt Schwester Christine. Ähnlich wie in Jena sind die Verhältnisse in Leipzig, wo die Missionarinnen Christi mitten im Neubaugebiet Leipzig-Grünau ihr Zuhause haben.

Ein breites Feld der Begabungen und Aufgaben

Die Aufgabenfelder der Schwestern sind vielfältig. So engagiert sich die in Jena lebende Sr. Gerda Brockmeyer bei der Jenaer Tafel, einer Stelle, an der Bedürftige günstig Lebensmittel und andere Waren des täglichen Bedarfs einkaufen können. Und ihre Mitschwester Christine Zeis betreut das gemeinsame Projekt der Jenaer Gemeinschaft, die Orientierung in der Jenaer Wagnergasse. Hier mitten im Szeneviertel der Universitätsstadt bietet die Gemeinschaft Lebensberatung und Lebensbegleitung für junge Erwachsene an. Dazu kommen verschiedene thematische Angebote. Begleitung gibt auch Schwester Susanne Schneider in Leipzig, die in der Kontaktstelle Orientierung in der Hainstraße arbeitet. Die Kontaktstelle ist ein Angebot der katholischen Kirche in der Innenstadt Leipzigs. Susanne Schneider hat in ihrer Arbeit die Schwerpunkte ebenfalls auf die Lebensberatung gesetzt, dazu kommt ihr Angebot, Menschen auf dem geistlichen Weg zu begleiten. Die Seelsorge war auch lange Jahre die Aufgabe von Schwester Anna Eichinger, die in der Krankenhaus-Seelsorge tätig war. Musisch hingegen ist die Berufung von Schwester Maria Wolfsberger geprägt, die derzeit ein Aufbaustudium für Kirchenmusik in Halle an der Saale absolviert. Schwester Maria ist zudem Siegerin bei internationalen Wettbewerben im Mundharmonikaspiel, eine Gabe, die sie für die Verkündigung des Glaubens zu nutzen weiß.

Eine Lebensordnung voller Stil und Kraft

Schwester Gerda Brockmeyer berichtet, was sie persönlich an den Missionarinnen Christi – die übrigens in vielen Ländern der Erde, so unter anderem in Russland und in Afrika aktiv sind – so sehr begeistert: "Als ich 1962 eintrat gehörten 55 Frauen zur Gemeinschaft, die miteinander weltoffen lebten. Jede durfte ganz sie selber sein. Und es ist bis heute die Vielfalt der Fähigkeiten und Begabungen, die sich ergänzen und bei der Frage nach der Aufgabe immer so gut wie möglich berücksichtigt werden." Und Christine Zeis, die 1988 eintrat: "Ich habe etwas vorgefunden, was mich von Anfang an faszinierte. Eine geistliche Lebensordnung voller Stil und voller Kraft. Dazu kam, dass die Schwestern mitten in der Welt leben, dass sie mit anderen Menschen in Beziehung treten. Die Missionarinnen Christi sind eine Gemeinschaft, die für mich ganz zeitgemäß ist. Eine Gemeinschaft für die Welt, so wie sie heute nun mal ist. Ja, ich kann sagen, ich haben meinen Weg gefunden."

Wie gestaltet sich der Tagesablauf der Missionarinnen Christi. Gerda Brockmeyer berichtet, dass sich jede Gruppe eine Lebensordnung setzt, die gemeinsame Elemente enthält, die von den Schwestern in den Tag integriert werden. Dazu zählt beispielsweise das Morgengebet mit Meditation um 7 Uhr. Und da in der Mittagszeit meist alle unterwegs sind, ist eine weitere gemeinsame Gebetszeit erst am Abend möglich. Weitere gemeinsame Elemente sind unter anderem Gespräche, oder auch Ausfl üge. "Es ist uns aber wichtig, dass es bei uns nicht wie in einer Wohngemeinschaft (WG) ist. Da haben wir einen anderen Anspruch. Zudem wird unsere Lebensordnung immer wieder neu refl ektiert", betont Schwester Gerda Brockmeyer. Sie verweist zudem auf die Rückbindung jeder Gruppe an die Zentrale in München. "Man weiß umeinander und keine bleibt irgendwo allein."

Leben für die Verkündigung Jesu Christi

Gegründet wurden die Missionarinnen Christi auf eine Initiative von Pater Christian Moser, der Mitarbeiterinnen für Missionare im Kongo suchte. Zusammen mit fünf Frauen, die ihr Leben für die Verkündigung Jesu Christi einsetzen wollten, rief er die Missionarinnen Christi in Freilassing ins Leben. Gründungstag ist der 8. Dezember 1956. Nach Inkrafttreten des neuen Kirchenrechts entschied sich die Gemeinschaft für die Form der "Gesellschaft Apostolischen Lebens" und wurde 1991 als solche kirchlich anerkannt.



Informationen

Zentrum der Gemeinschaft.
Missionarinnen Christi,
Linderhofstraße 10,
81377 München.
Internet: www.missionarinnen-christi.de

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 51 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Montag, 01.01.2007

Aktuelle Buchtipps