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Bistum Görlitz

Ein Ort zum Wohlfühlen

Das Görlitzer Hildegard-Burjan-Heim

Wie zu Hause: Ergotherapeutin Ilona Tschanter mit Bewohnerin Erna Newitsch. Fotos: Andreas Schuppert Görlitz - Alte Menschen verbringen hier ihren Lebensabend. Das Görlitzer Hildegard- Burjan-Heim lud am vergangenen Samstag zum Tag der offenen Tür ein.

Pünktlich um 14 Uhr spielt die Kapelle auf, an den Ständen vor der Tür gibt es Adventsgestecke, kleine Geschenke oder was Leckeres zu kaufen. Mit einem Tag der offenen Tür präsentierte sich das Hildegard-Burjan-Heim im Görlitzer Elsternweg der Öffentlichkeit. Gelegenheit, sich umzusehen und zu schauen, was aus der vor knapp fünf Jahren eingeweihten Einrichtung geworden ist.

Großes Interesse an der Einrichtung

Heimleiter Bernd Schilling begrüßt die Gäste, die sich über das Haus informieren wollen oder einfach nur neugierig sind. Und die Mitarbeiter konnten den Ansturm der Görlitzer kaum bewältigen – Führungen sollten angeboten werden, wenn es auch genug Interessenten gibt, meinte Schilling. Kaum war eine Gruppe jedoch im Haus unterwegs, fand sich schon die nächste zusammen, die von einer Mitarbeiterin empfangen wurde. Der Heimleiter konnte unmöglich alle Fragen auf einmal beantworten.

Für die Mitarbeiter kommt es vor allem darauf an, dass sich die Bewohner des Hauses wohlfühlen. Dafür wurde erst kürzlich das Personal aufgestockt. Ergotherapeutin Ilona Tschanter zum Beispiel, die ein Jahr lang als Ein-Euro-Jobberin im Hildegard-Burjan-Heim tätig war, hat hier eine neue Arbeit gefunden. Sie kümmert sich besonders um die demenzkranken Bewohner und versucht sie zu fördern. Dann wird gebastelt oder Musik gehört. Es gibt Gymnastik sowie Gedächtnistraining. Für Frau Tschanter ist es nicht nur wichtig, dass die Frauen und Männer solange wie möglich aktiv bleiben, sondern sich zu Hause und angenommen fühlen. "Deshalb decken wir auch zusammen den Tisch und essen gemeinsam."

Ganz häuslich hat sich Hellmut Hoffmann im Hildegard-Burjan- Heim eingerichtet. Der 95-jährige hat früher ein kleines Kurzwarengeschäft mit sieben Angestellten in Sebnitz geführt. Mit seiner Frau, die vor zwei Jahren gestorben ist, war er 65 Jahre verheiratet, berichtet er stolz. "Mir geht es wirklich gut hier, ich vermisse nichts und die Betreuung ist phantastisch." Hellmut Hoffmann ist noch bis ins hohe Alter kreativ und schreibt zum Beispiel Gedichte. Unter dem Titel "Verlorene Jahre" hat er für die Enkel seine Zeit als russischer Kriegsgefangner aufgeschrieben. Darin besingt er "Mütterchen Russland" und die Schönheit eines Landes, in das er als Feind gekommen ist. Noch heute, so sagt er, empfinde er eine tiefe Schuld, wenn er an diese Zeit zurückdenke. Den Gästen des Altenheimes gibt er an diesem Tag freimütig darüber Auskunft. Heimleiter Bernd Schilling freut sich über das breite Interesse der Görlitzer, die die Einrichtung besucht haben.

Ausflüge werden besonders angenommen

Das Hildegard-Burjan-Heim ist somit zu einer festen Größe in der kirchlichen Sozialarbeit geworden. 60 Bewohnern bietet die Einrichtung in 40 Einzel- und zehn Zweibettzimmern Platz. Es gibt soziale und kulturelle Angebote sowie seelsorgerische Betreuung. Gemeinsame Ausflüge werden besonders gerne angenommen. Die Bewohner haben zudem die Möglichkeit, beim Einzug eigene Möbel mitzubringen, um die häusliche Atmosphäre zu erhalten.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 49 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 06.12.2006

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