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Bistum Görlitz

Lebendige Gemeinschaft

Lübbenauer Pfarrgemeinde feierte das 50-jährige Bestehen ihrer Kirche

In Lübbenau engagiert: Kirchenvorstand Manfred Quinte. Lübbenau - Sie ist unter schwierigen Bedingungen gebaut worden und hat die Zeiten überstanden. Die Katholiken in Lübbenau feierten am 10. und 11. November das 50-jährige Bestehen ihrer Kirche.

Das Gotteshaus ist fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Altbischof Rudolf Müller ist gekommen, um mit den Christen zu feiern. Dazu Priester und Gläubige aus den Nachbargemeinden sowie aus der Partnergemeinde Oer Erkenschwik im Bistum Münster. Als die Lübbenauer am vergangenen Wochenende ihr liebevoll vorbereitetes Jubiläum feierten, dachten sie besonders an die schwierigen Umstände, unter denen ihr Gotteshaus errichtet wurde.

Das "geistliche Kraftwerk" ist geblieben

50 Jahre sei für eine Kirche eigentlich kein Alter, betonte Altbischof Müller in seiner Festpredigt. Dennoch sei die Kirche in Lübbenau ein besonderes Zeugnis des Glaubens. "Wie viele Städte, sollte durch den Bau des Kraftwerkes auch Lübbenau zu einer sozialistischen Vorzeigestadt werden", sagte Müller. "Die Schornsteine sollten die Kirchtürme überragen." Inzwischen seien die Schlote gefallen, das "geistliche Kraftwerk der Kirche ist aber geblieben". Damit dies auch weiter so bleibe bedarf es der Menschen, die die "Kirche mit Leben erfüllen." Dies wünschte auch Diözesanadministrator Hubertus Zomack, selbst 17 Jahre lang Pfarrer in Lübbenau, in einem Grußschreiben. Wegen des Ad-Limina-Besuches in Rom konnte er beim Gottesdienst nicht dabei sein und besuchte erst am späten Samstagabend die Festgemeinde.

Dass die Kirche in Lübbenau heute aus "lebendigen Steinen" besteht, zeigt ein kurzer Blick in das Gemeindeleben. "Es gibt bei uns drei Jugendgruppen, Familienkreise, Chor, Flötengruppe und einen überaus aktiven Seniorenkreis, der sich wöchentlich trifft", informiert Manfred Quinte vom Kirchenvorstand. Ein gutes Verhältnis gebe es inzwischen zu den Christen in Vetschau und Calau, die ab Januar 2007 zur neu errichteten Pfarrei Heilige Familie Lübbenau gehören. "Das letzte Dekret, das ich vor der Pensionierung unterschrieben habe. Ich hoffe, ihr wisst das zu würdigen", sagte der Altbischof zur Erheiterung der Festgemeinde, die nach dem Gottesdienst mit einem bunten Programm im nahe gelegenen Ragow zeigte, was es bedeutet, gemeinschaftlich zu feiern.

Die einzige Maschine war ein Mischer

Und ein Name fällt an diesem Abend immer wieder: Johannes Langner, früher Pfarrer von Lübbenau, unter dessen Leitung der Kirchbau vollendet wurde und für den während des Gottesdienstes ein Licht an seinem Grab vor der Kirche aufgestellt wurde. "Die einzige Maschine, die damals auf dem Bau stand, war ein Mischer", erinnert sich Martin Habermann, der als 14-Jähriger am Kirchbau beteiligt war. Engagiert habe sich vor allem die Diözesanjugend, aber besonders die Gemeinde. Und das unter den widrigsten Bedingungen. Habermann: "Es war eine schwere Zeit, aber die Probleme haben die Gemeinde zusammengeschweißt." Daran habe sich bis heute nichts geändert.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 46 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Montag, 20.11.2006

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