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Bistum Erfurt

Jubiläum mit Anstößen zur Gemeinderneuerung

150 Jahre Bonifatiuskirche in Gotha

Ein kleines Mädchen führt Bischof Joachim Wanke nach dem Festgottesdienst von der komplett sanierten Bonifatiuskirche zum Gemeindezentrum. Auf einer Mitteleuropakarte war dort demonstriert, aus welchen Orten die Menschen kommen, die in den vergangenen Jahrzehnten in der Bonifatiusgemeinde eine neue Heimat gefunden haben.. Foto: Dorothee Wanzek Gotha - "Das haben wir in Gotha lange schon gespürt, dass dein Arm uns oft ins Helle führt", heißt es in der Jubiläumshymne, die in letzter Zeit häufiger in der Gothaer katholischen St.-Bonifatius-Kirche zu hören war.

Schon seit langem hatten sich die Gothaer Katholiken auf den 150. Weihetag ihrer Kirche vorbereitet. Nicht mit einem einzelnen Festtag begingen sie das Jubiläum, sondern mit einer Reihe von Veranstaltungen und Feiern, die unter dem Psalmwort "Wohl denen, die wohnen in deinem Haus, die dich allezeit loben" ein ganzes Jahr durchzogen.

"Wozu gibt es dieses Gotteshaus und diese Gemeinde in Gotha?" – Die Frage, die Bischof Joachim Wanke in seiner Festpredigt formulierte, hatten sich Gemeindemitglieder im Laufe der Vorbereitung immer wieder gestellt. Sollte doch das Jubiläum nicht allein ein kulturelles Event und nicht nur Ausdruck sprichwörtlicher katholischer Feierlust, sondern zugleich Impuls zur Gemeindeerneuerung sein. Neben Vorbereitungsgruppen für Gottesdienste, eine umfangreiche Festschrift, das Kulturprogramm und die Öffentlichkeitsarbeit hatte sich eine eigene Gruppe der geistlichen Dimension des Jubiläums gewidmet.

Unter anderem rief diese Gruppe die christlichen Traditionen der Stadt ins Bewusstsein. So gibt es mit Radegundis, Bonifatius, Elisabeth und Meister Ekkehard gleich vier herausragende Christen, die einen engen Bezug zu Gotha haben.

Während des Festgottesdienstes am 22. Oktober kam in Gebets- und Liedtexten immer wieder zum Ausdruck, dass den Katholiken ihre Verantwortung für ihre nicht getauften Mitbürger bewusst geworden ist. Bischof Wanke bestärkte die Gemeinde darin, einladend zu sein für die Menschen, die Gott nicht kennen und persönlich Zeugnis von ihrem Glauben zu geben. Persönliches Lebenszeugnis sei immer "ansprechender als noch so schöne Bischofspredigten".

Zu den Höhepunkten der Jubiläumsfeiern gehörte am 19. Oktober, dem eigentlichen Weihetag, ein Gottesdienst, bei dem der Beleuchtungsmeister des Erfurter Theaters die Kirche von innen und außen kunstvoll illuminierte. Symbolhaft sei dadurch deutlich gemacht worden, erläuterte der Bischof, dass Kirche für eine Verheißung stehe, die nicht aus eigenem Können, sondern von oben komme.

Dass Gott die Gothaer Christen durch unterschiedlichste Zeiten geführt hat, kam auch in der Jubiläumshymne zum Ausdruck, die Gemeindereferent Matthias Hülfenhaus auf die Melodie des bekannten Liedes "Du bist das Licht der Welt" getextet hat.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 44 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 01.11.2006

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