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Bistum Magdeburg

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Magdeburger Klinik St. Marienstift feierte mit einer Festwoche hunderjähriges Bestehen

Schwester Silvia Moska im Gespräch mit Besucherinnen beim Tag der offenen Tür der Klinik St. Marienstift in Magdeburg. Foto: Uwe Naumann Magdeburg - Zum 100. Geburtstag des St. Marienstiftes in Magdeburg veranstaltete das Klinikum vom 18. bis 22. Oktober eine Festwoche. Gottesdienste, Führungen, Vorträge, Konzerte und der Tag der offenen Tür lockten viele Besucher in das Krankenhaus in der Harsdorfer Straße.

Das Empfangskomitee am Tag der offenen Tür im St. Marienstift bilden die Grauen Schwestern, wie die "Schwestern von der heiligen Elisabeth" wegen ihrer grauen Kleidung auch genannt werden. Schwester Silvia Moska zum Beispiel reicht den vielen Gästen am Eingang eine Chronik über das Haus, erklärt ihnen den Weg zum Festzelt oder den Verlauf der Rundgänge. Die 64-Jährige kann auch jede andere Frage zu der Klinik beantworten, wie die von ehemaligen Patienten zu einer Abteilung, die sie aufgrund der vielen baulichen Veränderungen nicht mehr wiedererkennen.

Schwester Silvia ist zwar die jüngste der insgesamt acht Elisabeth- Schwestern im Krankenhaus, aber auch schon 35 Jahre im Marienstift tätig. Während die beiden anderen noch aktiven Schwestern in der Röntgenabteilung und in der Seelsorge arbeiten, wirkt sie – seit jeher – in der Aufnahme und Verwaltung der derzeit 210 Mitarbeiter zählenden Klinik.

"Heute sind wirklich sehr viele Gäste gekommen", sagt sie und vergleicht mit früheren Jahren. Allein seit dem letzten Tag der offenen Tür im Jahr 2002 hat sich im Marienstift viel verändert: Unter anderem wurden damals zwei neue Operationssäle übergeben, später ein Kräutergarten im Innenhof für die eigene Küche angelegt, die Musiktherapie kam zum Klinikangebot hinzu, ein Brustzentrum wurde eingerichtet und in diesem Jahr entstand die Babyklappe für Mütter in Not, die ihr Neugeborenes anonym zur Adoption freigeben wollen.

"Die größte Veränderung war allerdings der Neubau", findet Schwester Silvia und fügt hinzu: "Es war ein langes Warten." 1995 hatten die Vorarbeiten für diesen Krankenhausneubau begonnen, der 1999 in Betrieb gehen konnte und sich direkt an den 1906 errichteten grauen Altbau anschließt. Darin vereinen sich heute mit 125 Betten die verschiedensten Abteilungen wie Gynäkologie, Geburtshilfe, Urologie, Chirurgie, Orthopädie, Augenheilkunde.

Ursprünglich, so berichtet die Chronik, war das Marienstift als Alters- und Waisenheim geplant, beschränkte sich zunächst aber auf die Aufnahme von Waisenkindern. 1908 kam eine Haushaltsschule für Mädchen hinzu und 1909 erfolgte schließlich die Genehmigung für eine Krankenstation. Damals sollen etwa 60 Elisabeth-Schwestern im Marienstift im Dienst gewesen sein, sagt Schwester Silvia. Und dazu gehörte, wie die alten Fotos in den Klinikgängen zeigen, auch Landund Viehwirtschaft, denn um das Stift herum musste Ackerfläche bewirtschaftet werden.

Während der beiden Weltkriege wurde die Klinik in ein Lazarett umgewandelt, die Waisenkinder mussten in andere Heime. Von drückender Not und Zerstörung durch den Zweiten Weltkrieg blieb das Stift aber weitgehend verschont. Schon in den 30er, besonders aber seit den 50er Jahren hielt viel neue Technik in das Marienstift Einzug, neben Warmwasserleitungen und Telefon auch Operations- und Laborgeräte. "Vor der Wende lief viel über die Caritas", erinnert sich Schwester Silvia. Und bis heute scheint es an Unterstützung nicht zu fehlen: "Wir sind auf dem modernsten Stand", sagt die Elisabeth-Schwester, und die dem Marienstift verliehenen Qualitätszertifikate sprechen dafür.

Mehr: www.st-marienstift.de
Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 43 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 27.10.2006

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