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Anstoß

Immer wieder neu

Was tun, wenn unser Eifer erlahmt?

Susanne Schneider

Kennen Sie folgende Situation? Sie sind in einer Pfarrgemeinde und überlegen, wie sie die Gottesdienste verbessern können: Die einen möchten mehr Angebote für Kinder, andere möchten mehr Ruhe und Besinnung, manche stören sich an lautem Gespräch nach dem Gottesdienst, wieder andere wollen auf keinen Fall zur normalen Kollekte noch eine Türkollekte...

Dann macht einer einen Vorschlag, der sich gut anhört und bei dem alle zunächst ganz angetan sind, bis einer, der schon lange dabei ist, sich meldet und den Vorschlag vom Tisch wischt mit der Bemerkung: "Das haben wir vor fünfzehn Jahren schon mal probiert!, Das bringt nichts!" Und damit ist das ganze Gespräch entwertet. Das Ergebnis lautet: Es lässt sich nichts machen. Alles bleibt beim Alten. Wir kriegen keine neuen Ideen hin.

Wenn sich solche Situationen häufen, stellten sich bei vielen, die etwas verbessern und verändern wollen, Unzufriedenheit ein. Dazu kommt ein Gefühl des Unbehagens und des Misstrauens. So wollen dann viele, die zunächst mit vielen guten Ideen für die Pfarrgemeinde oder eine andere gute Sache gearbeitet hatten, nichts mehr anpacken, resignieren und engagieren sich nicht mehr.

Das gilt auch für Tagungen und Fortbildungen. So findet am kommenden Wochenende in Schmochtitz die "Pastorale" statt, eine Messe für Pastoral in der Diaspora. Auch bei dieser Veranstaltung kann man fragen: Trauen wir der Veranstaltung überhaupt zu, dass da etwas (Gutes) herauskommt?

Oder gehören wir auch zu denen, die gelangweilt dabei sitzen und innerlich denken: kenne ich schon alles, nichts Neues, haben wir vor einigen Jahren schon probiert, ist auch nichts geworden.

Als Erwachsene verlieren wir normalerweise den Feuereifer, den wir vielleicht als Jugendliche noch hatten. Wir haben gelernt, dass manche Erwartungen übertrieben und unrealistisch waren und dass nicht alles Neue nur als Neues besser als das Alte ist. Allerdings schleicht sich hier schnell Resignation ein und es besteht die Gefahr, sich im Mittelmäßigen einzurichten. In dieser Hinsicht wäre es gut, von den Kindern und Jugendlichen zu lernen: Immer wieder dem Neuen eine Chance geben!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 42 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Montag, 23.10.2006

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