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Bistum Magdeburg

Früchte für viele Jahre

Gemeinden ziehen positive Bilanz ihres Engagements auf der Landesgartenschau Wernigerode

Wernigerode - Mit einer positiven Bilanz ist die Landesgartenschau in Wernigerode zu Ende gegangen. Einen positiven Rückblick hielten auch die Vertreter der Kirchengemeinden, die sich auf der Gartenschau vielfältig engagierten.

177 Tage Landesgartenschau seien ebenso viele Tage aktive Kirche auf dem Gelände der ehemaligen Mülldeponie gewesen, bilanzieren Superintendent Christoph Hackbeil und Matthias Müller, Geschäftsführer des ökumenischen Arbeitskreises der Kirchen auf der Landesgartenschau Wernigerode 2006. Rund 55 000 Besucher konnten im Pavillon der Kirchen begrüßt werden, weit mehr noch durchschritten den Garten des Glaubens mit seinen biblischen Pflanzen und Bäumen.

Ein großer Erfolg der sieben beteiligten Gemeinden

Sieben Wernigeröder Gemeinden sorgten sich über die gesamte Zeit um Gesprächsangebote. "Dabei wurde Enormes geleistet", erinnert Hackbeil. "Ich sehe das als großen Erfolg aller beteiligten Kirchen. Den gemeinsamen Weg der Kirchen in der Harzregion führt nun eine regionale Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) fort."

Matthias Müller berichtet von einem kargen Anfang, als der lange Winter das Wachsen aufhielt. "Später gab es Tage, die waren so heiß, dass sich die Kerzen vor dem Altar in der Hitze bogen." Superintendent Hackbeil umschreibt es so: "Hier gibt es viele Schnittmengen zwischen theologischem Ansatz und Gartenbau. Es braucht Zeit und gute Pflege vom Beginnen bis zum Blühen, bis alles im vollen Saft steht." 20 000 Besucher haben die Kirchen selbst gezielt in den Pavillon eingeladen, Gemeinden aus der Altmark und dem Jerichower Land ebenso wie aus dem benachbarten Niedersachsen, woher immerhin ein Drittel der Besucher anreiste.

"Ich wollte nie ein kirchlicher Marketingdirektor sein", stellt Matthias Müller klar. "Ich fühlte mich immer als Pfarrer angesprochen, mit dem das Gespräch gesucht wurde. Gleichzeitig unterbreiteten wir niederschwellige Angebote in einem Land, wo sich nur rund 17 Prozent der Bevölkerung zum Glauben bekennen. Es war richtig zu beobachten, wie sich die täglich etwa 300 Besucher teilweise Schritt um Schritt hineingezogen fühlten."

"Es war ein immenses Stück Arbeit, aber die Früchte der zweijährigen Zusammenarbeit der Gemeinden werden wir über Jahre ernten können", freut sich auch Regina Schmoock, Gemeindereferentin der St.-Marien-Gemeinde Wernigerode. Die Landesgartenschau sei beendet, jedoch lebe der Geist, der den Pavillon der Kirche gefüllt habe. "Wir haben nicht nur Gäste begrüßen können, sondern erlebten, wie das Engagement der vielen Ehrenamtlichen nach außen bis tief ins Leben der Stadt strahlte", sagt die Gemeindereferentin, die auf das große Engagement des heutigen Hallenser Propstes Reinhard Hentschel, vorher Pfarrer in Wernigerode, im ökumenischen Arbeitskreis verweist. Rund 150 Mitstreiter von Caritas, Maltesern und Kolping, Benediktiner von der Huysburg, Pfadfinder aus Badersleben und Frauengruppen aus Osterwieck hätten zum Gelingen beigetragen.

Die Angebote im Pavillon und rundherum reichten von den drei Kinderkirchentagen über Veranstaltungen der Blindenhilfe, des Diakonischen Werkes bis zur Erwachsenenbildung. Die "Macher" erfuhren dabei immer wieder Unterstützung von Chören oder Theatergruppen, die die Plattform Kirchenpavillon nutzten, ihre Botschaft zu verkünden. "Man muss es ganz deutlich sagen, die Arbeit war von hoher Qualität getragen, ob bei der Mozart-Messe, der Garten- und Programmgestaltung oder dem Erntedankfest, dem ökumenischen Finale unserer Präsenz auf der Landesgartenschau", lobt Superintendent Hackbeil.

Pavillon wird jetzt von der Caritas genutzt

Unterdessen haben sich viele Freunde der Landesgartenschau ihren Abschiedsblumenstrauß gepflückt. An den Kirchenpavillon wird bald nur noch die Bodenplatte erinnern. "Uns als ökumenischem Arbeitskreis der Kirchen erschien es wichtig, dass er moderne Übersetzung des Anliegens von Kirche bleibt. So kaufte ihn der Caritas-Verband des Dekanates Magdeburg, um ihn als Verkündigungsort für die Jugendarbeit zu nutzen. Er ersteht am Berliner Bahnhof von Magdeburg auf, wo er als Zentrum eines Parks der Jugend gut zur Geltung kommen wird."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 42 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Montag, 23.10.2006

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