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Bistum Erfurt

Zwei Vorbilder für das Leben

Die Ilmenauer Franz und Margarete Jäcklein prägten ihre Pfarrgemeinde über Jahrzehnte aktiv mit

Bischof Joachim Wanke freut sich zusammen mit Margarete und Franz Jäcklein in Ilmenau. Foto: Horst Bradsch Ilmenau (hot / tdh) - Bischof Joachim Wanke ehrte am vergangenen Sonntag die Eheleute Franz und Margarete Jäcklein mit der Elisabeth-Medaille für ihr jahrzehntelanges Engagement in der Pfarrgemeinde Ilmenau.

Der Name Jäcklein ist untrennbar mit dem Aufbau und dem Leben der katholischen Pfarrgemeinde St. Josef Ilmenau verbunden. Babette Jäcklein, eine der Gründerinnen der katholischen Pfarrgemeinde Ilmenau zu Anfang des vergangenen Jahrhunderts, prägte maßgeblich durch ihr Vorbild die Familie und so sind bis heute Angehörige der Jäckleins in vielen verantwortungsvollen Positionen in Stadt und Gemeinde aktiv vertreten. "So wirkt die Liebe zum Evangelium und zur Pfarrgemeinde durch die Generationen", betont der heutige Pfarrgemeinderatsvorsitzende Christoph Hottenrott.

Fragt man in der Gemeinde, was die Familie Jäcklein besonders auszeichnet, so kommt meistens als erste Aussage: "Na, ihre große Hilfsbereitschaft!" Franz und Margarete Jäcklein haben wohl nie einen konkreten Auftrag für ihr selbstloses Tun und Handeln erhalten. Ihr Engagement erwuchs aus ihren Glauben: "Wir sind Christen und wollen uns in unsere Gemeinde einbringen, unseren Glauben praktizieren und gestalten."

Durch ihr Leben im und aus dem Glauben, ihre aufgeschlossene und aktive Teilnahme am Gemeindeleben, ihre positive Ausstrahlung, sind sie Vorbild für ein christlich engagiertes Leben in der Gemeinde und darüber hinaus. Ihre ruhige und zuverlässige Arbeit verrichteten sie meist im Hintergrund, aber wenn Not am Mann war, dann konnte immer auf Hilfe der Familie Jäcklein gezählt werden. Ob ein Quartier benötigt wurde, Küsterdienst, Schließdienst der Kirche, Kirchenwäsche, auf Margarete Jäcklein konnte man sich verlassen. So baute sie über Jahre persönliche Vertrauensverhältnisse auf, sie hat immer ein offenes Ohr für die Probleme jedes Einzelnen, ob Christ oder nicht. Und noch heute hält Frau Jäcklein regen Kontakt mit verzogenen Gemeindemitgliedern.

Mit großem Interesse verfolgt Franz Jäcklein das Gemeindeleben und so begann er 1957 die Pfarrchronik zu schreiben. Welcher Aufwand, welcher Fleiß und welche Genauigkeit dahinter steht, kann nur der ermessen, der sich die Mühe macht, in die auf inzwischen über 40 Bände angewachsene Chronik hineinzuschauen und sich damit zu befassen. Jedes Ereignis und selbst kleinste Informationen oder Artikel über die Ilmenauer Gemeinde werden von ihm gesammelt und so kann die Gemeinde jederzeit auf diese stattliche Chronik zurückgreifen.

Und manchmal, wenn Ilmenauer einen Gruß an Franz und Margarete Jäcklein mitgeben, sagen sie einfach: "Grüßen Sie den Herrn Vater und die Frau Mutter!" "Kann es einen schöneren Ehrentitel geben, als in einer Gemeinde ,Vater‘ oder ,Mutter‘ zu sein? Ihnen beiden gilt unser herzlicher Dank!", betont Christoph Hottenrott im Namen der Gemeinde.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 42 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Montag, 23.10.2006

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