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Bistum Dresden-Meißen

"Wir tragen in unseren schwachen Händen die Gnade Gottes"

In Klingenthal wurde der 100. Weihetag der Kirche Maria Rosenkranzkönigin gefeiert

Weihbischof Georg Weinhold ließ sich nach dem Festgottesdienst mit Gemeindemitgliedern fotografieren. Foto: Holger Jakobi. Klingenthal - Im November wird die Kirche Maria Rosenkranzkönigin im vogtländischen Klingenthal 100 Jahre alt. Gefeiert wurde aus praktischen Gründen schon jetzt: Zwei Monate später kann es in Klingenthal schon ganz schön ungemütlich werden.

"Ich habe die Zuversicht, dass es mit dem katholischen Gemeindeleben in und um Klingenthal weitergeht und dass die Gemeinde in ihrem nun 100-jährigen Kirchlein noch viele Feste und Gottesdienste feiern wird", betont Pfarrgemeinderatsmitglied Benedikt Schmitt. Der Vater von drei Kindern – die übrigens alle in ihren Kirchgemeinden aktiv sind – brachte zudem zum Ausdruck, dass es die Aufgabe der katholischen Christen bleibt, den Glauben weiterzutragen. "Ganz so wie es Herr Weihbischof in seiner Predigt gesagt hatte", ergänzt Benedikt Schmitt.

Weihbischof Georg Weinhold war nach Klingenthal gekommen, um mit der Gemeinde und ihren Gästen einen festlichen Gottesdienst zu feiern. Pfarrer Konrad Köst sagte in seiner Begrüßung: "An erster Stelle danken wir unserem Schöpfer für das Werden und Gedeihen unsrer Gemeinde und dieses Gotteshauses, dessen Jubiläum wir heute feiern." "Dabei", so Konrad Köst weiter, "wollen wir unsere Bischöfe und Seelsorger, Küster, Organisten und Chorleiter mit ihren Sängern, die Ministranten, die Caritasfrauen und alle, die das Gemeindeleben mit gestalten und mitgestaltet haben, nicht vergessen." Im Anschluss dankte Pfarrer Köst Weihbischof Weinhold für sein Kommen und seinen besonderen Einsatz für das Vogtland: "Sie haben uns immer geholfen."

In seiner Festpredigt erinnerte Georg Weinhold daran, dass ein Kirchweihjubiläum immer "ein historischer Beweis dafür sei, dass es sich lohnt, mit Gott zu leben". Kirchen seien Zeichen dafür, dass sich zu allen Zeiten Christen auf den Weg gemacht haben, dass sie im Vertrauen auf Gott ihr Leben gewagt haben. Er forderte die Klingenthaler und ihre Gäste dazu auf, der Kirche treu zu bleiben. Es komme aber auch darauf an, den Mut zu haben, Kirche sein zu wollen und sein zu dürfen. Die Menschen in Klingenthal sollten am Leben der Gemeinde erfahren können, dass Gott diese Welt liebt. Und in besonderer Weise an die Priester gerichtet betonte Weihbischof Weinhold: "Lasst euren Glauben ein Zeugnis für die anderen sein." Abschließend sagte er: "Wir tragen in unseren schwachen Händen die Gnade Gottes."

"Die Worte haben so richtig gepasst", freute sich Benedikt Schmitt nach dem Gottesdienst. "Sie haben uns Mut gemacht." Das Pfarrgemeinderatsmitglied bedauert, dass viele junge Christen aus der Region abwandern. "Sie finden hier keine Arbeit, und uns fehlen so die jungen Familien als Träger der Gemeinde", sagt Benedikt Schmitt. Dazu komme, dass Klingenthal heute keinen eigenen Pfarrer mehr hat. Zuständig ist Pfarrer Konrad Köst aus Falkenstein. Umso mehr freuten sich die Klingenthaler, dass sie mit Pater Rupert Sarach OSB im Jubiläumsjahr einen Seelsorger vor Ort hatten. Der Benediktiner war im Rahmen eines Sabbatjahres ins Vogtland gekommen. Benedikt Schmitt hob weiter hervor, dass es ein Kennzeichen der Gemeinde ist, zu ihrem Gotteshaus zu stehen: "Sie waren und sind immer spendenfreudig, und wenn sie gebraucht werden, sind sie da."

Die Weihe der Kirche Maria Rosenkranzkönigin fand am 18. November 1906 statt. Die seelsorgliche Betreuung erfolgte zunächst vom benachbarten Graslitz in Nordböhmen aus.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 40 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 05.10.2006

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