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1953: Christen in der Diaspora

Damals... (3)

Häufig finden sich im Tag des Herrn der frühen Jahre Berichte über das alltägliche Leben in den katholischen Gemeinden der damaligen Zeit. Oft enthielten sie geistliche und auch ganz praktische Anregungen. Ein Beispiel ist Josef Güldens Artikel "Wenn wir das Osterlicht daheim empfangen", erschienen in der Ausgabe vor dem Osterfest 1953: Wir haben in unserer Diasporastation - in der evangelischen Kirche - im Saal - im Klassenraum - keine Osterkerze, und doch verlangen auch wir mit unseren sterblichen Augen den Glanz des Osterlichtes zu schauen, das der Osterdiakon in der Pfarrkirche in der hochheiligen Oster-nacht mit den jubelnden Worten des Exsultet besungen hat. Da-rum schicken wir wenigstens einen Abgesandten zur Osternachtfeier in die Pfarrkirche. Er muss eine Laterne mitnehmen. In dieser bringt er uns das Osterlicht mit und verwahrt es bis zum Ostergottesdienst in unserer Station. Bevor das Osteramt beginnt, entzünden wir mit dem Osterlicht eine dicke Kerze. Von dieser empfangen alle Altarkerzen ihr Licht und auch die Gläubigen können Kerzen in ihren Händen tragen. Der Priester aber betet: Herr, himmlischer Vater, in der heiligen Osternacht, ist in unserer Pfarrkirche das neue Feuer geweiht und an seiner Flamme die Osterkerze entzündet worden. Von ihr kommt das Licht, das wir in Händen tragen. Es ist das Geheimnis des Lichtes, das du selbst bist ... Nun leuchte es in der Welt, in den Worten deiner Botschaft, in den Geheimnissen deiner Kirche, im Geiste derer, die zu dir gehören ... Öffne, o Herr, die Finsternis der Welt, dass sie dein Licht aufnehme. Amen. Wir können auch das Licht mit nach Hause nehmen und das Gebet zuhause beten.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 35 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 31.08.2001

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