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Bistum Dresden-Meißen

Heilige Elisabeth

Jugendliche Musiker ließen sich von ihrem Leben inspirieren

Erschöpft, aber zufrieden: Sängerinnen der bistumsübergreifenden thüringischen Elisabeth-Band, ganz links Juliane Griebsch. Gera - "Als sie das erste Kind bekam, war sie erst 15, genauso alt wie ich gerade." Juliane Griebsch aus der Geraer St.-Elisabeth-Gemeinde hat Neues erfahren. Am vergangenen Wochenende hat sie sich intensiv mit dem Leben der heiligen Elisabeth von Thüringen beschäftigt.

"Viel zu jung" hieß das Lied, bei dem Juliane Griebsch beim Abschlusskonzert des Geraer Workshop- Wochenendes als Solosängerin auftrat. In einer kleinen Gruppe mit anderen Jugendlichen aus Gera und Heiligenstadt, die alle ein Instrument spielen oder in einem Chor mitsingen, hatte sie den Song selbst getextet und komponiert.

15 Heiligenstädter und ebenso viele Geraer hatten sich zuvor anderthalb Tage lang auf einen Bauernhof in der Nähe von Gera zurückgezogen. Dabei entstanden in fünf Kleingruppen insgesamt vier neue Songs und eine Pantomime über Elisabeth von Thüringen. Erwachsene Helfer hatten ihnen zuvor einige Aspekte von Elisabeths Biografie nahegebracht.

Dabei zogen die Jugendlichen manche Parallele zu ihrer eigenen Lebenserfahrung: Mit vier Jahren, als die meisten von ihnen wohlbehütete Kindergartenkinder waren, musste Elisabeth in Ungarn alles hinter sich lassen, um als Verlobte des künftigen Landgrafen in Thüringen zu leben. Mit 24, einem Alter, in dem man heutzutage "das Leben noch vor sich" zu haben glaubt, starb sie bereits.

"Mich beeindruckt ihr unglaublicher Lebensmut", sagt Juliane Griebsch. In den letzten Zeilen ihres Liedes hat ihre Gruppe das zum Ausdruck gebracht: "Stark genug für die große Liebe! Stark genug um anders zu sein! Stark genug um den Armen zu helfen!", heißt es da über Elisabeth.

Die beiden musikalischen Leiter, Kantor Michael Formella aus Gera und Thomas Holzborn aus dem Heiligenstädter Jugendhaus Villa Lampe, freuten sich über den selbst spät abends kaum zu bremsenden Arbeitseifer ihrer hoch motivierten Gruppe. Sie selbst standen den Nachwuchskomponisten mit Ratschlägen zur Seite, ließen ihnen aber ansonsten freie Hand. "Erschöpft, aber glücklich" zeigte sich am Ende nicht nur die 15-jährige Juliane.

"Unglaublich, was in so kurzer Zeit entstanden ist!", sagt Catrin Ripka, die das Wochenende gemeinsam mit ihrer Familie initiiert hatte. Obwohl die Jugendlichen in ihren Gruppen unabhängig voneinander gearbeitet hatten, klang am Sonntagnachmittag beim Konzert auf dem Pfarrgrundstück alles wie aus einem Guss. Bei einem weiteren Treffen in Heiligenstadt soll weiter an dem neu entstandenen Elisabeth-Musikprogramm gefeilt werden. Kommendes Frühjahr wird die Gruppe damit dann auf der Bundesgartenschau Gera- Ronneburg auftreten. Das Angebot der Kirchen bei der Gartenschau steht im 800. Geburtsjahr Elisabeths ganz im Zeichen der thüringischen Landespatronin.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 39 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Dienstag, 03.10.2006

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