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Bistum Dresden-Meißen

Gelungener Start ins Jahr der Bibel

Ökumenische Eröffnungsfeier in Dresden

Kein Buch wie jedes andere: Die Veranstalter des Bibeljahres wollen mit zahlreichen Aktionen vor allem auch die jungen Leute ansprechen.

Dresden (mh) -Eine Bibliothek ist für einen Gottesdienst ein ungewöhnlicher Ort. Aber für den Anlass -die Eröffnung des "Jahres der Bibel" am Neujahrstag -bot der Lesesaal der neu gebauten Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek in Dresden den passenden Rahmen. Schließlich ist die Bibel eines der wichtigsten Bücher der Menschheit. Dass es für die Christen noch mehr ist, wollen sie mit dem Bibeljahr ihren Mitmenschen zeigen. Und sie nutzten dazu gleich die Eröffnungsfeier.

Man könne die Bibel auswendig kennen und doch nicht kennen, sagte Dresdens katholischer Bischof Joachim Reinelt. Deshalb riet er dazu, täglich in ihr zu lesen, um zu entdecken, dass man mit ihr leben kann, wie es sein evangelisch-methodistischer Bischofskollege Walter Klaiber ausdrückte. Wie das konkret aussieht, berichteten Jugendliche und eine atheistisch erzogene Lehrerin, die über ihre Erfahrungen mit der Bibel sprachen.

Die Eröffnungsfeier, die vom ARD-Fernsehen live übertragen wurde, sollte zeigen, dass die Bibel ein "Buch für das Volk" ist, wie der katholische Sendebeauftragte beim MDR, Eberhard Prause, betonte. Zusammen mit seinen evangelischen Kollegen hat er die Idee für die Feier entwickelt. Das Bibeljahr dürfe nicht in intellektuelle Höhen abgleiten, warnte Prause vor dem Hintergrund der ostdeutschen Situation. Dass es in Ostdeutschland ein steigendes Interesse an der Bibel gebe, unterstrich Jan Bühner, einer der Geschäftsführer des Bibeljahres. Das anfängliche Ost-West-Gefälle sei inzwischen der Hoffnung gewichen, dass das "Bibeljahr im Osten besonders einschlägt", meinte Bibeljahr-Projektleiter, Steffen Kahl.

Ob in Ost oder West -in den kommenden zwölf Monaten wird kaum jemand an dem Buch der Bücher vorbeikommen. Die Veranstalter rechnen damit, dass sie mehrere Millionen Menschen erreichen. Das wird nicht nur durch die zentralen Aktionen geschehen (siehe unten). Vor Ort sind unzählige kleine Initiativen geplant -allein 1000 Bibelausstellungen beispielsweise.

Welche Bilanz am Ende gezogen wird, bleibt abzuwarten. "Gott wird helfen, dass das Jahr nicht umsonst ist", ist der evangelische Landesbischof Volker Kreß überzeugt. Franz-Josef Ortkemper, ebenfalls Bibeljahr-Geschäftsführer, rechnet zwar nicht mit einem "großen Bekehrungswunder". Aber: "Für jeden Einzelnen, der die Bibel für sich neu entdeckt, hat sich das Jahr schon gelohnt."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 2 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 09.01.2003

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