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Bistum Dresden-Meißen

Dauerausstellung wird noch in diesem Sommer eröffnet

St. Marienstern

Panschwitz- Kuckau (mb /epd/tdh) - Ein wenig mit Wehmut wird so mancher das Ende der Ersten Sächsischen Landesausstellung vernommen haben. Alle beteiligten Seiten waren mit der Resonanz der 750-Jahr-Feier des Klosters und der damit verbundenen Ausstellung zufrieden, so auch Äbtissin Benedicta Waurick. Doch es blieb die Frage: Wie soll es nach der Beendigung der erfolgreichen Landesausstellung weitergehen. Das Kloster und das Christlich-Soziale Bildungswerk (CSB), mit dem der Zisterzienserinnen-Konvent schon seit Jahren erfolgreich zusammenarbeitet, nahmen sich schon im vergangenen Jahr dieser Frage an

Aufgrund von Fördermitteln, die das sächsische Wirtschaftsministerium der Abtei zur Verfügung stellte, wurde ein Konzept erarbeitet, das Möglichkeiten der weiteren Entwicklung des Klosters aufzeigt. In dieses Projekt flossen sowohl neue Ideen als auch Erfahrungen ein, die während der Landesausstellung gesammelt wurden

Kürzlich traf sich zum ersten Mal ein Arbeitskreis, dessen Vertreter die weitere Entwicklung begleiten möchten. Die eingeladenen Vertreter von Behörden und Institutionen, die bereits in den letzten Jahren dem Kloster hilfreich zur Seite standen, wurden von der Äbtissin herzlich begrüßt. Vertreter kamen unter anderem von den beiden sächsischen Ministerien für Wirtschaft sowie für Wissenschaft und Kunst

Die Äbtissin erläuterte zunächst die Ausgangssituation. Dabei ging sie auf die Intention des Klosters ein, auch künftig ein geistiges, kulturelles und touristisches Zentrum zu sein. CSB-Mitarbeiter Marius Winzeler stellte im Anschluß das von ihm und Wolfgang Flügel erarbeitete Konzept vor. So soll es verschiedene Schwerpunkte geben. Da sich die Kostbarkeiten des Klosters als wahre Anziehungspunkte herauskristallisiert haben, möchte man diese in einer gesonderten Ausstellung zeigen. Die sakralen Kunstwerke des Klosters sollen dabei im Mittelpunkt stehen. Hierfür sind die Planungen bereits am weitesten vorangeschritten und mit großer Wahrscheinlichkeit wird dieser Teil der Ausstellung bereits im Sommer seine Pforten öffnen

Im ehemaligen Eiskeller wird eine Ausstellung über die sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung des Klosters für die Region informieren. In diese wird auch der Umwelt- und Lehrgarten des CSB einbezogen. Im Anschluß informierte die Gastwirtin des "Klosterstübels" die Teilnehmer von ihren neuen Angeboten. Auf Wunsch der Gäste werden sorbische Abende, mittelalterliches Tafelessen und abendlichen Klosterführungen angeboten

Am Ende lud Äbtissin Benedicta Waurick bereits zum nächsten Höhepunkt ein: Am 29. und 30. Mai 1999 soll es ein Fest der Vereine aus dem Landkreis Bautzen geben. Die Schirmherrschaft für das vom Kloster, dem Landkreis, dem CSB und dem Sächsischen Landeskuratorium Ländlicher Raum (SLK) organisierte Fest haben die Äbtissin und Landrätin Andrea Fischer übernommen

Inzwischen hat auch Hartmut Häckel, Sprecher des sächsischen Staatsministerium für Wissenschft und Kunst, die Schaffung einer Daueraustellung vor Journalisten bestätigt. Die Finanzierung der rund 150 000 Mark teuren Schau im Kloster Marienstern sei gesichert, betonte Häckel

Nach Angaben Häckels ist die nächste sächsische Landesausstellung für das Jahr 2003 in Torgau geplant. Landesarchäologin Judith Oexle betonte, die erste Landesausstellung unter dem Motto "Zeit und Ewigkeit" habe dafür gesorgt, die ostsächsische Region vor allem im Westen der Bundesrepublik bekannt zu machen. 20 Prozent der 365 108 zahlenden Besucher seien von außerhalb Sachsens gekommen. Die meisten davon aus Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Zur ersten Landesausstellung, die von Juni bis Oktober 1998 im Kloster Marienstern stattfand, ist jetzt eine 40seitige Broschüre des Wissenschafts- und Kunstministeriums erschienen. Daraus geht unter anderem hervor, daß die Landesausstellung insgesamt rund 4,2 Millionen Mark gekostet hat, Einnahmen wurden hingegen in Höhe von 2,45 Millionen Mark ausgemacht. Insgesamt füllten die Meinungen der Gäste zwölf Besucherbücher mit rund 2300 beschriebenen Seiten

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 12 des 49. Jahrgangs (im Jahr 1999).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 28.03.1999

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