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Aus der Region

Zum Wohl der heiligen Elisabeth!

Mitteldeutsche Winzer gedenken der Thüringer Heiligen -Weine für einen guten Zweck

Von Uwe Naumann Freyburg. Der Geist der heiligen Elisabeth hat auch die Weinbauern im Saale-Unstrut- Gebiet berührt. Im Jubiläumsjahr der Thüringer Bistumspatronin werben sie mit Sondereditionen jeweils für einen guten Zweck -und für ihr traditionsreiches Anbaugebiet.

Schon zu ihren Lebzeiten im 13. Jahrhundert konnte die heilige Elisabeth von der Neuenburg bei Freyburg auf eines der nördlichsten Weinanbaugebiete Europas blicken, die Weinberge der Region Saale-Unstrut, deren über 1000-jährige Tradition belegt ist. Aus diesem Anbaugebiet kommen zum 800. Geburtstag der Thüringer Landgräfi n ganz besondere Grüße, denn mehrere Winzer haben ihren Wein der Heiligen gewidmet und stiften einen Teil des Verkaufserlöses an Vereine oder Einrichtungen.

Das Thüringer Weingut Bad Sulza zum Beispiel, über dem idyllischen Ilmtal im Ortsteil Sonnendorf gelegen, kelterte für den Caritasverband im Bistum Erfurt einen Elisabethwein, womit die Caritas-Suppenküche in Erfurt mit 50 Cent pro verkaufter Flasche unterstützt wird. "Über diese Hilfe für andere wird die Verbindung vom Wein zur heiligen Elisabeth hergestellt", erklärt Caritassprecher Thomas Müller die Idee hinter dem halbtrockenen Thüringer Tropfen.

Der Sonnendorfer Weingutsherr Andreas Clauß bemerkt dazu, dass für diesen "süffi gen, etwas milderen Weißwein", den das Elisabethbild aus dem Erfurter Dom ziert, hauptsächlich die sehr alte Rebsorte Gutedel ausgewählt wurde. "Mit dem Elisabethwein wollen wir aber auch auf den Weinanbau in Thüringen generell aufmerksam machen", so Clauß, der Chef des größten privaten Weingutes im Saale-Unstrut-Gebiet, von dessen 32 Hektar Weinbergen einige direkt am Weinwanderweg um Bad Sulza herum liegen.

Im malerischen Weinstädtchen Freyburg im Unstruttal, unterhalb der Neuenburg, präsentiert auch die Winzervereinigung einen Elisabethwein. "Die heilige Elisabeth hat mit Wein Kranke geheilt", begründet Geschäftsführer Gerald Lange die Sonderedition, für die mit dem Silvaner ebenfalls eine sehr traditionelle Rebsorte gewählt wurde. Außerdem, so heißt es auch auf dem Flaschenetikett, das das Abbild einer Elisabethstatue von der Neuenburg zeigt, werde von einem Wunder berichtet. Danach habe Elisabeth schon eine kleine Menge Wein gereicht, um viele Bedürftige zu versorgen. Im Sinne der Thüringer Heiligen kommen auch bei den Freyburger Winzern 50 Cent pro Flasche einem guten Zweck zu, nämlich dem Förderverein der Neuenburg, der zur Unterhaltung der Wirkungsstätte der Thüringer Landgräfin beiträgt.

Gerade im Elisabethjahr sind das sonnenverwöhnte Freyburg und insbesondere die Neuenburg als zentraler Ort für Veranstaltungen zu Ehren der Heiligen einen Ausfl ug wert, der entlang der rund 60 Kilometer langen Weinstraße auch um die historische Domstadt Naumburg, die Kurstadt Bad Kösen oder natürlich einen Besuch bei einem der über 40 Weingüter der Region erweitert werden kann. Dabei ist das Saale-Unstrut- Gebiet nicht nur mit dem Auto und der Bahn zu erkunden, sondern auch auf gut ausgeschilderten Rad-, Wander- und nicht zuletzt den Wasserwegen.

So führt einer der bekanntesten Wanderwege, der Jakobspilgerweg, durch das Weinanbaugebiet und trifft im breiten Saaletal unweit von Naumburg auf den Ortsteil Roßbach. Nahe der dortigen katholischen Elisabethkirche hat auch das 750 Jahre alte Weingut Herzer einen Elisabethwein zu bieten. Stephan Herzer ist sich zwar bewusst, "dass Elisabeth und Wein ganz wenig Berührungspunkte haben", doch sieht auch er in der Krankenpfl ege den größten Bezug. "Unser kräftiger, trockener Rotwein ist etwas für die Gesundheit", sagt der Chef des Weingutes und erzählt, dass unter anderem die Schwestern des Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara in Halle zu den Abnehmern gehören.

Die Caritas des Bistums Magdeburg hat eine große Bestellung aufgegeben. Aus dem Verkauf des Weines fl ießt ein Euro pro Flasche in die Caritas-Arbeit für benachteiligte Menschen. Der Naumburger Dom, dessen steinerne Elisabeth als Abbildung das Etikett der Flasche schmückt, habe den Rotwein zu einem Sonderpreis bekommen und könne so über den eigenen Verkauf einen Gewinn für das romanisch- gotische Gotteshaus erzielen.

"Der Elisabethwein verkauft sich gut", berichten die Weinbauern und die Caritas übereinstimmend, wenngleich es insgesamt nur ein "Nischenprodukt" ist, wie Stephan Herzer betont. "Häufi g dient er als Geschenk", sagt Caritassprecher Thomas Müller, als Dankeschön für Pfarrgemeinden und Caritaseinrichtungen. Abgesehen vom bereits abgefüllten Elisabethwein scheint das Elisabethjahr 2007 übrigens für die Winzer nicht nur an Saale und Unstrut gut auszugehen. Sie blicken optimistisch auf die derzeitige Weinlese und erwarten wieder einen sehr guten Jahrgang.

2006er Gutedel bzw. Müller-Thurgau: Verkauf über Weingut (6,70 Euro), über Caritas Erfurt für 6 Euro

2006er Silvaner-Spätlese: Verkauf über Wein- oder über Museumsladen der Neuenburg für 7,20 Euro

2005er Dornfelder: Verkauf über Weingut für 7,50 Euro oder über Cartitas Magdeburg für 7,30 Euro

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 41 des 57. Jahrgangs (im Jahr 2007).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 11.10.2007

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