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Aus der Region

Bayerischen Benediktweg begehen

Auf den Spuren des Papstes durch Bayern

Pater Eberhard von Gemmingen

Wahrscheinlich wird kein Bild für das Leben im Christentum häufiger gebraucht, wie das des Weges. Schließlich hat ein Weg einen Anfang, aber auch ein Ziel; er ist manchmal beschwerlich, manchmal leicht, manchmal steigt er an, und dann geht's auch wieder bergab - und den Gipfel beim Bergsteigen, den kann man mal sehen, mal nicht… Jesus Christus bezeichnet sich im Johannes-Evangelium selbst als den Weg - dieses Bild hat also im christlichen Denken wirklich höchste Priorität. Doch damit nicht genug: Das Gehen eines Weges hat in der Geschichte der christlichen Frömmigkeit eine große Bedeutung bekommen - das Wallfahren ist zu einem Charakteristikum des Christlichen geworden. Ziele wie Santiago de Compostela, Rom oder Jerusalem sind über Jahrhunderte von wahren Pilgerscharen besucht worden. Aber auch kleinere Wallfahrtsorte entstanden über die Jahrhunderte bis in unsere Zeit hinein im ganzen christlichen Abendland, so etwa Lourdes, Fatima, Kevelaer, Altötting… Altötting? Damit sind wir auch schon mitten im Thema:

Seit einem knappen Jahr führt nämlich ein besonderer Gedächtnisweg durch einen Teil Bayerns, der sich auf den Spuren Papst Benedikts XVI. bewegt - und dieser Weg beginnt und endet in jenem bekannten und beliebten Wallfahrtsort Altötting in der Diözese Passau. Mit einem Weg das Leben des Papstes - zumindest teilweise - nachzugehen und so seiner Person und seinem Denken, seiner Lehre und seiner Botschaft näher zu kommen, das ist der Sinn des Benediktswegs, den Kardinal Friedrich Wetter zusammen mit einigen anderen am 11. August letzten Jahres eröffnet hat. Eben von Altötting, genauer von der von Johannes Paul II. gepflanzten Papstlinde auf dem Bruder-Konrad-Platz, aus geht der Benediktsweg über Neuötting in den Geburtsort Joseph Ratzingers, nach Marktl am Inn. Es ist genau der gleiche Weg, den Benedikt XVI. am 11. Oktober nach den Feiern in Altötting nehmen wird. Von da aus führt er weiter nach Hohenwart, Burghausen, Raitenhaslach, Marienberg, Tittmoning, Waging am See, Hufschlag bis nach Traunstein, wo Joseph Ratzinger einst die Schulbank drückte. Und dann geht's weiter - immer in der Nähe des malerischen Chiemsees, nach Chieming, Seebruck, Seeon, Gstadt am Chiemsee, Amerang und Wasserburg, nach Gars, Kloster Au, bis man dann über Aschau am Inn, Mühldorf und Tüßling wieder an den Ausgangsort zurück kommt.

Wem diese Ortsnamen nicht viel sagen, dem sei zugeflüstert: Es lohnt sich wirklich! Schon allein wegen der schönen Gegend. Aber mehr noch: Die Spuren von Papst Benedikt nachzugehen oder vielleicht auch besser nachzuradeln, ist ein Erlebnis. Und dieser Benediktsweg kann seinen Namen gut und gern auch doppelt verstehen: Das Land zwischen Inn und Salzach und im Chiemgau ist im wahrsten Sinne des Wortes "terra benedictina", benediktinisches Land, dem die Mönche aus dem Orden des heiligen Benedikt ihren Stempel aufgedrückt haben - auch das kann man auf diesem Weg durchaus erfahren! Es lohnt sich wirklich!

Weitere Informationen sowie ein Bestellformular für die Wanderkarte unter: www.benediktweg.de

Ihr Pater Eberhard von Gemmingen SJ

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Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 29 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 23.08.2006

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