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Aus der Region

„Tu es Petrus“ auf Regensburgerisch

Das offizielle Lied zum Besuch Papst Benedikts XVI. in Bayern

Pater Eberhard von Gemmingen

Früher war das immer so, heute nur noch manchmal: Wenn der Papst in die Peterskirche einzog, dann sang der Päpstliche Chor ein Lied, dessen Melodie zwar ab und zu wechselte, dessen Worte aber stets die gleichen waren: "Tu es Petrus! Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen." Ein Lied, das Programm bedeutet. Ein Lied, das denjenigen erklärt, der eintritt. Ein Lied, das zum Eigengut wurde. Wer kennt sie schließlich nicht, all die berühmten Vertonungen des "Tu es Petrus". Ist es da nicht mehr als würdig und recht, wenn auch zum Besuch des Papstes in Bayern ein eigenes Lied komponiert wird? Klar. Das ist zwar kein neues "Tu es Petrus", und das soll es auch gar nicht sein, aber es ist doch in gewisser Weise auch so ein Mottolied:

"Wer glaubt, ist nie allein!" - so beginnt der Liedtext. Eindeutig ein Zitat aus der großen Ansprache von Papst Benedikt XVI. bei seinem Amtsantritt. "Wer glaubt, ist nie allein! Du, Herr, wirst mit uns sein, mit deiner Kraft, die Leben schafft. Wer glaubt, ist nie allein!" Nein, das offizielle Lied zum Papstbesuch ist keines der ach so vielen Papstlieder aller Couleur, die nach der Wahl Benedikts XVI. auf den Schreibtischen der Kirchen- und Musikredakteure bei Zeitschriften und Radiosendern landeten und deren Qualität irgendwo zwischen Kitsch und Banalität pendelte. Nein, das offizielle Lied zum Papstbesuch ist ein ganz anderes: "Wer glaubt, ist nie allein" ist von seinem Charakter her ein klassisches Kirchenlied, wenn auch moderne Anklänge sich durchaus drin finden. Es habe Qualitäten, ein "Ohrwurm" zu werden, meinte Bischof Gerhard Ludwig Müller von Regensburg, der das Lied im April in seiner Bischofsstadt vorstellte. Fünf Strophen und einen Refrain hat die Komposition - für seinen Text hat sich der Autor Hagen Horoba, ein Mitarbeiter des Seelsorgeamts in Regensburg, von Worten Joseph Ratzingers inspirieren lassen. Und, wie er selbst bei der Vorstellung des Liedes unterstrich: Leicht hat er es sich mit seinem Liedtext nicht gemacht. Lange habe er daran herum gefeilt, Kollegen gefragt, nochmal darüber geschlafen, bis endlich das feststand, was nun gesungen werden kann. Apropos gesungen: Die Melodie stammt vom Regensburger Diözesanmusikdirektor Christian Dostal, der mit diesem Lied versucht hat, etwas zu komponieren, was Chöre und Gemeinden singen können, ohne allzu lange proben zu müssen. Fast eine Art Schlager ist es geworden, eingängig, leicht und doch mit Pfiff. Und das mehrfach: Einstimmig mit Akkordnotierungen für Instrumentalbegleitung, aber auch einen einfach singbaren vierstimmigen Satz, genauso aber eine Überstimme für den Refrain. Ein Lied also, das wirklich für die Praxis geschrieben ist.

Noten und Hörbeispiele bekommt man ganz leicht im Internet unter: www.benedikt-in-bayern.de.

Ihr Pater Eberhard von Gemmingen SJ

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Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 27 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 23.08.2006

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