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Bistum Magdeburg

Positive Bilanz für das Leben

Fünf Jahre "Netzwerk Leben" im Bistum Magdeburg

Der Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung Netzwerk Leben, Bischof Gerhard Feige, stellte gemeinsam mit Geschäftsführer Reinhard Grütz und Mitarbeiterin Christine Halm den Jahresbericht vor. Foto: Eckhard Pohl Magdeburg (ep) - Ehrenamtliche Helfer der Stiftung "Netzwerk Leben" haben 2005 Schwangeren und Familien in Not umfangreich geholfen. Zudem konnten ihnen insgesamt 37000 Euro an fianzieller Hilfe zur Verfügung gestellt werden.

Ehrenamtliche Helfer der Stiftung "Netzwerk Leben" haben im vergangenen Jahr in 4150 Stunden 85 Schwangeren, allein erziehenden Müttern und Vätern, deren Kindern und Familien in Not geholfen. Hilfe war vor allem bei Umzug, Kinderbetreuung und im Haushalt gefragt, darüber hinaus aber auch bei Behördengängen und beim Erledigen der Hausaufgaben, sagte der Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung Netzwerk Leben, Bischof Gerhard Feige, bei der Vorstellung des Jahresberichtes 2005 am 14. Juli in Magdeburg. Die offene Initiative Netzwerk Leben kann in diesem Jahr auf ihr fünfjähriges Bestehen zurückblicken.

150 Frauen und Männer in zwölf Ehrenamtsgruppen

Rund 150 Frauen und Männer leisten in zwölf Gruppen des Netzwerkes bistumsweit ehrenamtliche Hilfe und geben mit ihrem bürgerschaftlichen Engagement der Arbeit von Netzwerk Leben ein konkretes Gesicht, wie der Bischof betonte. Zudem werde die Stiftung auch von Partnern wie der Commerzbank Magdeburg, Henkel Genthin, Volksbank Magdeburg und Kaufhaus C&A Magdeburg unterstützt, so der Kuratoriums- Vorsitzende vor Journalisten.

Neben der umfangreichen ehrenamtlichen Unterstützung konnte Stiftung Netzwerk Leben im Jahr 2005 Hilfebedürftigen auch gut 37 000 Euro weiterreichen. Wie der Geschäftsführer der Stiftung, Reinhard Grütz, erläuterte, ist die Zahl der Anträge auf finanzielle Hilfe während der vergangenen Jahre kontinuierlich gestiegen: Seit 2001 habe sich die Zahl verdreifacht und mit 110 bewilligten Anträgen liege sie für 2005 um mehr als 30 Prozent über der Zahl von 2004. Die finanziellen Hilfen würden meist für Babyerstausstattungen (im Wert von 500 Euro) und für den Kauf von Schulmaterial gewährt. Daneben gebe es aber auch einzelne Fälle, in denen die Stiftung junge Schwangere in Ausbildung unterstützt. Wie Christine Halm, Mitarbeiterin von Netzwerk Leben und Referentin für Familienhilfe beim Diözesan-Caritasverband, sagte, lägen in diesem Jahr bereits 70 Anträge vor. "Die Zahl der Anträge sei seit Inkrafttreten von Hartz IV deutlich gestiegen." Dabei gehe es etwa auch um Unterstützung beim Kauf einer Waschmaschine oder eines Kühlschrankes.

Trotz des Ausstiegs der kirchlichen Beratungsstellen aus der staatlichen Schwangerschaftskonfliktberatung im Jahr 2000, die zur Gründung von Netzwerk Leben führte, stellt die Stiftung in ihrem Jahresbericht 2005 fest, "dass nach wie vor Frauen und nicht nur in Zusammenhang mit einer Schwangerschaft in den fünf Caritas- Beratungsstellen, mit denen "Netzwerk Leben" intensiv zusammenarbeitet, Beratung und Unterstützung suchen. Wie bereits 2004 wurden im vergangenen Jahr 24 Mal Frauen in Schwangerschaftskonflikten beraten. Mit insgesamt 1286 Frauen und auch Männern wurden 2831 Beratungsgespräche geführt.

Vielfältige Angebote für Frauen in Not

Darüber hinaus hilft Netzwerk Leben gemeinsam mit Partnern "dem Leben auf die Beine", wie Frau Halm weiter sagte. So arbeite die Stiftung mit den katholischen Krankenhäusern in Halle und Magdeburg zusammen, die beide Babyklappen eingerichtet haben und Frauen auch eine anonyme Geburt ermöglichen, was bereits in Anspruch genommen worden sei. Die Stiftung ist Träger einer Frauenschutzwohnung etwa für minderjährige Mütter in Halle und des "Lädchens" in Magdeburg, wo Kindersachen zu besonders günstigen Preisen verkauft werden. Wöchentlich wird zusammen mit dem Interkulturellen Zentrum der Caritas in Magdeburg für Frauen mit ihren Kindern ein Frühstück angeboten. Geplant sei, dabei immer wieder auch thematische Angebote zu machen.

Ergänzend zur direkten Hilfe für die Betroffenen versucht die Stiftung "Netzwerk Leben", die Themen Familie und Kinder in der Gesellschaft ins Blickfeld zu rücken. Mit der Fotoausstellung "Oh, my Baby", die an sechs Orten in Sachsen-Anhalt gezeigt wurde (Tag des Herrn berichtete) und zu der auch Workshops gehörten, konnten zum Beispiel rund 1000 Jugendliche zum Nachdenken angeregt werden. Mit der Einrichtung eines Gedenkortes für verstorbene Kinder in der Magdeburger Kathedrale St. Sebastian (Tag des Herrn berichtete) entstand 2005 ein Raum, der immer wieder von Trauernden aufgesucht wird.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 30 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 28.07.2006

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