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Bistum Görlitz

Ein paar Aufgaben sind dazugekommen

Vieles kennt Hubertus Zomack aus der Zeit als Generalvikar, jetzt trägt er die ganze Verantwortung

An diesem Schreibtisch saß Diözesanadministrator Hubertus Zomack schon als Generalvikar. Foto: Matthias Holluba Görlitz (mh) - Bis das Bistum Görlitz einen neuen Bischof bekommt, trägt Diözesanadministrator Hubertus Zomack die Verantwortung.

An der Tür steht noch Generalvikar und auf der Unterschriftenmappe auf dem Schreibtisch auch. Eigentlich ist das nicht korrekt, denn seit Bischof Rudolf Müller in den Ruhestand gegangen ist, ist Hubertus Zomack auch nicht mehr Generalvikar. Das Amt, das er jetzt bekleidet und in das ihn das Domkapitel gewählt hat, nennt sich Diözesanadministrator. In dieser Funktion trägt er die gesamte Verantwortung für das Bistum bis zu dem Tag, an dem ein neuer Bischof sie übernimmt.

Ein Diözesanadministrator ist für alles zuständig, was sonst ein Bischof macht. "Die Aufgaben des Generalvikars sind geblieben. Dazu gekommen sind fast alle Aufgaben des Bischofs", erklärt Zomack. So setzt er jetzt beispielsweise Dokumente für das Bistum in Kraft und nimmt an den Sitzungen der Bischofskonferenz teil, er gratuliert im Namen des Bistums den Jubilaren und hält vor allem das Alltagsgeschäft aufrecht. Für einen Diözesanadministrator gibt es nur zwei Einschränkungen: Seine Entscheidungen dürfen nicht so grundsätzlich sein, dass sie den künftigen Bischof binden und er darf keine Aufgaben ausführen, für die die Bischofsweihe notwendig ist. Letzteres ist kein Problem, denn im Bistum gibt es ja inzwischen zwei Altbischöfe. Die demnächst anstehende Diakonenweihe wird Altbischof Rudolf Müller spenden. Dazu braucht er dann allerdings die Beauftragung durch den Diözesanadministrator.

Schwieriger könnte es schon mit den Grundsatzentscheidungen werden. Bischofsernennungen dauern lange – in der Regel neun Monate, in einigen Fällen war es aber auch über ein Jahr. Deshalb sind die jüngsten Schritte der Strukturreform im Bistum, die besonders Gemeinden im brandenburgischen Teil betreffen, noch von Bischof Müller in Kraft gesetzt worden. Diözesanadministrator Zomack sind hier – zumindest für die ersten zwölf Monate einer Vakanz des Bischofsstuhls die Hände gebunden.

Dass Görlitz – das zahlenmäßig kleinste deutsche Bistum – einen neuen Bischof bekommt, daran hat Zomack keinen Zweifel. "Der Nuntius hat sich bei seinem Besuch zu Ostern eindeutig dazu geäußert." Wann es den neuen Bischof gibt und wer es sein wird, daran sind viele beteiligt, auch Zomack selbst als Mitglied des Domkapitels. "Das Domkapitel wird dem Heiligen Stuhl Vorschläge unterbreiten. Dort wird dann unter Berücksichtigung weiterer Vorschläge eine Liste mit normalerweise drei Kandidaten erstellt, aus denen das Domkapitel den neuen Bischof wählt." Zomack hofft, "dass im nächsten Jahr Ostern alles erledigt ist".

Dem neuen Bischof will er dann ein "geordnetes Bistum mit lebendigen Gemeinden übergeben". Dazu gehört für ihn als ehemaligen Generalvikar auch, dass trotz der angespannten finanziellen Situation keine Schulden gemacht werden.

Als neuen Bischof wünscht sich der Diözesanadministrator einen frommen Mann, der Seelsorger des ganzen Bistums wird, aber auch einen Mann, der nicht vergisst, dass er der Hirt ist und von dieser Funktion manchmal auch Gebrauch machen muss. "In diesem Sinn bitte ich alle unsere katholischen Christen auch um das Gebet für einen guten, neuen Bischof."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 30 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 28.07.2006

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