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Bistum Erfurt

Die Gottesdienste gehören dazu

Bischof Joachim Wanke weiht Altar in Eisenacher St.-Elisabeth-Kirche

Bischof Joachim Wanke weihte den neuen Altar in Eisenach. Foto: Uwe NaumannEisenach - Nach sechs Jahren Bauzeit feierte die St.-Elisabeth- Gemeinde in Eisenach den vorläufigen Abschluss ihrer Kirchensanierung. Dazu weihte Erfurts Bischof Joachim Wanke in einem Festgottesdienst den neuen Altar.

"Es war schon ein umwerfendes Ereignis", sagte Pfarrer Raimund Beck nach dem Pontifikalamt. Damit meinte er nicht nur den feierlichen Abschluss der langjährigen Sanierungsarbeiten. Beck spielte humorvoll auch auf drei kreislaufgeschwächte Ministranten an, denen die Anstrengungen des gut 90-minütigen Festgottesdienstes zu viel geworden waren.

Doch gerade diese Anstrengungen sollen die Gläubigen immer wieder auf sich nehmen, mahnte Bischof Wanke in seiner Predigt. In ihr rief er die Gemeinde dazu auf, die Gottesdienste regelmäßig zu besuchen. Jeder Christ sei auf die Gottesdienstfeier angewiesen, denn "das Mitfeiern der heiligen Messe ist ein Anschließen an Gott" und damit "mehr als ein subjektives Gotteserlebnis", sagte der Bischof in der voll besetzten Kirche.

Joachim Wanke würdigte die Sanierungsarbeiten am neogotischen Gotteshaus, das der Marburger Elisabethkirche nachempfunden wurde. Der Bischof betonte aber auch, dass "die geistige Erneuerung der Gemeinde noch wichtiger ist als die bauliche".

Nach der Predigt begann der besondere Abschnitt des Gottesdienstes, die Weihe des neuen Altars. Dazu wurden Reliquien der Gemeindepatronin Elisabeth von Thüringen, des heiligen Bonifatius und anderer Heiliger, die sich schon im vorhergehenden Altar befunden hatten, in den neuen Altar hineingelegt. Anschließend weihte, segnete und salbte Bischof Wanke den schlichten, aus Friedewalder Sandstein gefertigten Tisch, während dichte Nebelschwaden aus Weihrauch im Chorraum der Kirche aufstiegen.

Nach einrm Gebet und der Reinigung des Altars feierten die Geistlichen mit der Gemeinde die erste Eucharistie im neu gestalteten Kirchenraum, zu dem unter anderem auch eine neue Tabernakel-Stele, ein neues Lesepult sowie ein neuer Sockel für die Elisabeth-Statue gehören. Sie waren nach Entwürfen der Erfurterin Evelyn Körber entstanden. Unmittelbar neben der heiligen Elisabeth befindet sich an der Wand ein Schaugefäß mit einem Knochensplitter von Elisabeth.

Die 47-jährige Künstlerin sprach von einem schwierigen Gestaltungskonzept, da in der Kirche schon "tief in die Farbe gegriffen worden ist". Zwischen blauen Säulen, einer roten Sakramentskapelle, einem gelben Chorraum und bunten Fenstern entschied sich Körber vor allem für einen hellen Sandstein, der in klaren Linien und einfachen Formen verarbeitet wurde.

Evelyn Körber, die schon in mehreren Thüringer Kirchen Altarräume gestaltete, erklärte ihr künstlerisches Konzept den Gemeindemitgliedern ganz ausführlich in einer Feierstunde. Diese gehörte nach dem Pontifikalamt ebenso zum Gemeindefest wie die Aufführung des Singspiels "Der ängstliche kleine Spatz" durch Kinder der Elisabeth-Gemeinde.

Der komplette Abschluss der Kirchensanierung wird aber erst im November erfolgen. Dann sollen zum Beginn des Elisabeth-Jahres die neuen Kirchenglocken das Jubiläum der Gemeinde- und Bistumspatronin einläuten.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 30 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 28.07.2006

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