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Bistum Görlitz

Von Anfang an wohl gefühlt

Schwester Manfreda Kopp gibt nach 15 Jahren die Leitung des Kinderhauses in Hoyerswerda ab

Unter den Kindern fühlt sich Schwester Manfreda besonders wohl. 45 Jahre war sie in der Kinder- und Familienarbeit tätig. Foto: Andreas Schuppert Hoyerswerda (as) - Nach der Wiedervereinigung kam sie in den Osten Deutschlands. Schwester Manfreda Kopp, Franziskanerin von Reute, leitete 15 Jahre das Kinderhaus in Hoyerswerda.

Wie immer lacht sie herzlich, ein bisschen wehmütig scheint ihr aber doch zumute. Wenn Schwester Manfreda jetzt die Verantwortung für das Kinderhaus St. Elisabeth in jüngere Hände legt, kann sie auf ein einzigartiges Aufbauwerk zurückblicken. Auf Initiative von Pfarrer Joseph Hoffmann und zusammen mit ihren Mitarbeitern hat sie die Einrichtung in der Hoyerswerdaer Neustadt zu dem gemacht, was sie heute ist: Ein Betreuungsangebot für Kinder, das in der Öffentlichkeit höchstes Ansehen genießt. "Wir haben damals als Orden den Wunsch geäußert, mit einem kleinen Konvent in die neuen Bundesländer gehen zu dürfen", erinnert sich Schwester Manfreda.

Kein geringerer als der heutige Kurienkardinal Walter Kasper, damals Bischof der Diözese Rottenburg- Stuttgart, hat das Bistum Görlitz dafür vorgeschlagen. So nahmen die Schwestern Kontakt zu Bischof Bernhard Huhn auf, der über das Angebot höchst erfreut war. Die Wahl der Schwestern fiel auf Hoyerswerda. Dass es sich dabei um die einstige sozialistische Vorzeigestadt handelte, wussten die Ordensfrauen nicht. "Wir sind völlig ins Ungewisse gegangen und hatten wirklich keine Ahnung, was uns erwartet", beschreibt Schwester Manfreda die Situation.

Bereut hat sie diesen Schritt nicht, ganz im Gegenteil. "Wir haben uns hier von Anfang an wohl gefühlt und sind von den Menschen herzlich aufgenommen worden." Ein ausdrückliches Dankeschön sagt sie ihren Mitarbeitern und Weggefährten, ohne die sie diese enorme Herausforderung nicht bewältigt hätte. Das gelte besonders auch für die Schwesterngemeinschaft, die die Arbeit immer im Gebet mitgetragen habe. Schwester Manfreda, die seit 45 Jahren im Orden lebt und ebenso lange in der Kinder- und Familienarbeit tätig ist, lag die Vermittlung christlicher Werte an die Kinder immer besonders am Herzen. Es war uns wichtig, die Kleinen auf das Leben vorzubereiten und ihnen dafür die nötigen Voraussetzungen zu geben."

Auch nach ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst wird sie Hoyerswerda nicht verlassen. Die kleine Gemeinschaft von zwei Ordensfrauen wird weiterhin im Gemeindezentrum St. Thomas Morus in Hoyerswerda-Kühnicht zusammen leben. Schwester Manfreda will sich jetzt besonders der ehrenamtlichen Arbeit in der Pfarrgemeinde widmen. "Bei uns gibt es keinen Ruhestand", lächelt die Ordensfrau wieder. Dass das Kinderhaus weiter in guten Händen liegt, davon ist sie felsenfest überzeugt. Dafür sorgt schon das "hervorragende und sehr engagierte Team des Kinderhauses". Rund 20 Mitarbeiter sind hier beschäftigt, die etwa 110 Kinder im Alter von null bis zwölf Jahren betreuen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 27 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 06.07.2006

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