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Bistum Görlitz

Stolz darauf, katholisch zu sein

Das Dekanat Lübben-Senftenberg feierte den ersten "Großdekanatstag" in Finsterwalde

'Gottes Liebe ist so wunderbar ...' singen und tanzen die Kinder des Kinderhauses St. Raphael in Finsterwalde. Foto: Andreas Schuppert Finsterwalde - Mit einem feierlichen Gottesdienst und einem bunten Programm begingen die Gläubigen des Dekanates Lübben-Senftenberg den ersten "Großdekanatstag". Für die Christen war es vor allem eine Stärkung im Glauben.

"Mit so vielen haben wir wirklich nicht gerechnet", freut sich der Pfarrer von Finsterwalde, Christoph Kliemank. Unter dem Motto "Du hast uns, Herr, gerufen" sind rund 600 Gläubige aus fast allen Gemeinden des Dekanates Lübben- Senftenberg am vergangenen Sonntag mit ihren Seelsorgern in die Sängerstadt gekommen, um am Dekanatstag teilzunehmen. Die Veranstaltung bildete zugleich den Abschluss der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Kirchweihjubiläum der Pfarrkirche St. Maria, Mater Dolorosa. Den Gottesdienst mit anschließender Fronleichnamsprozession hielt bei strahlendem Sonnenschein der Leipziger Dominikanerpater Peter Suffel. Der Gottesdienst wurde von einem Blasorchester, von Kindern des Kinderhauses St. Raphael und dem Jugendchor gestaltet. Kaplan Norbert Lortz, der ab 1. Juli Pfarrer in Senftenberg wird, ist offiziell verabschiedet worden.

Für diejenigen, die dabei waren, war es vor allem eine Stärkung im Glauben. Und eine Möglichkeit über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. Denn unter der professionellen Moderation von Rudolf Kessler und Veronika Hänneschen stellten beim anschließenden Programm Vertreter aus den Gemeinden ihre Aktivitäten vor. Dabei wurde deutlich: Trotz schwindender Zahlen stellen die Katholiken in der Diaspora einiges auf die Beine und versuchen das Beste aus manch schwieriger Situation zu machen.

Dass die entstehenden Seelsorgeeinheiten dabei vor allem eine Chance sein können, bestätigt Norbert Wirges, Pfarrgemeinderatsvorsitzender in Finsterwalde. "Bei geringer werdenden Zahlen müssen wir versuchen, effektiver zu werden. Solch eine Veranstaltung zeigt, dass wir doch nicht so wenige sind. Und das macht Mut." Ähnlich sieht das Kathrin Kalus aus Doberlug-Kirchhain, eine Gemeinde, die keinen eigenen Pfarrer mehr hat und heute von Finsterwalde aus betreut wird. "Es ist natürlich nicht ganz einfach, wenn in der Gemeinde kein Pfarrer mehr ist", meint Frau Kalus. "Aber vor allem für die Kinder ist es eine Stärkung, wenn sie sich in einer größeren Gruppe treffen können." So hätten sich die Erstkommunionkinder aus Finsterwalde und Doberlug-Kirchhain bei ihren Feiern gegenseitig besucht, "was früher nicht passiert ist". Darüber hinaus gebe es in den Gemeinden "viele treue Seelen" wie den Rentner Hans Niedzial in Doberlug-Kirchhain, der sich seit Jahren um die Pflege des Pfarrgrundstückes kümmere. Die Christen bräuchten ihren Glauben nicht zu verstecken. Frau Kalus: "Ich bin stolz darauf, katholisch zu sein."

Für Dekan Christian Pabel ist das Dekanat zwar "viel zu groß" geworden, dennoch ergebe sich jetzt eine "Vielfalt, die wir noch stärker nutzen können". Das betreffe nicht nur die Blasorchester oder die Chöre, sondern auch die Veranstaltungen selbst. "Senftenberger können bei der Eröffnung des Marienmonats in Freienhufen genauso dabei sein wie Großräschener bei der traditionellen Fronleichnamsfeier in Finsterwalde."

Norbert Wirges könnte sich gut vorstellen, dass ein größeres Treffen der Gemeinden wie der Dekanatstag zur Tradition wird. "Sicher nicht jedes Jahr. Vielleicht aber alle zwei bis drei Jahre. Die Organisation könnte man sehr gut auf viele Schultern verteilen." Dekan Christian Pabel machte bei der Abschlussandacht den Christen Mut. "Auch die Heiligen waren nicht abgehoben, sondern Menschen wie du und ich. Ihr alle seid Heilige."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 25 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 22.06.2006

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