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Bistum Dresden-Meißen

Mut zum Glaubenszeugnis

Beim Bennofest präsentierten sich die Katholiken als frohe und bunte Gemeinschaft

Fisch und Schlüssel aus der bekannten Benno-Legende deutete Kardinal Friedrich Wetter in seiner Predigt als Symbole für Christus und die Kirche: Meißen - Mehr als 5000 Gäste und Akteure feierten am 10. Juni in der Meißener Innenstadt das Bennofest. 900 Jahre nach dem Tod des Bistumspatrons Benno präsentierten sich die Katholiken des Diasporabistums einen Tag lang als frohe und anziehende Gemeinschaft in der Öffentlichkeit.

Gottesdienste, Vorträge, Diskussionen, Bühnenprogramm, Ausstellungen und rund 60 Stände von unterschiedlichsten Gemeinden und Gruppierungen entlang der "Bennomeile" – das Programm des Bennofestes war so reich und vielfältig, dass man selbst bei bester Kondition nur einen Bruchteil davon erleben konnte.

Der heilige Benno von Meißen war an diesem Tag nicht nur als Schauspieler präsent – der Freitaler Gemeindereferent Benno Saberniak hatte sich im Benno-Kostüm unter das Volk gemischt – eine Reihe von Veranstaltungen regten auch zum Nachdenken über den Bistumsheiligen an.

Der Münchner Kardinal Friedrich Wetter, in dessen Kathedrale die Gebeine Bennos aufbewahrt werden, knüpfte in seiner Predigt zum Festgottesdienst an die Biografie des Sachsen und Bayern verbindenden Heiligen an. Benno sei ein Mann des Friedens gewesen, der seinem Gewissen treu blieb und dafür ein Jahr lang inhaftiert war und später sogar des Amtes enthoben wurde. Solchen Mutes und solcher Konsequenz bedürfe es auch heute, wenn Christen die Gesellschaft aus dem Geist des Evangeliums heraus mitgestalten wollten, mahnte der Kardinal.

Ein Höhepunkt des Festes war auch die ökumenische Vesper im Meißener Dom. Hier hatte sich vor 418 Jahren an der Heiligsprechung Bennos ein erbitterter Zwist zwischen Lutheranern und Katholiken entzündet. Der evangelische Landesbischof Jochen Bohl machte deutlich, dass "Heilige" auch für evangelische Christen bedeutsam sind: "Im Laufe der Geschichte gab es immer wieder Menschen, in deren Leben Gottes Liebe in besonderer Weise durchscheint. Sie zeigen uns, dass Gott auch durch uns wirken kann", sagte er in seiner Predigt. Aktuelle ökumenische Irritationen in Deutschland ordnete der Landesbischof als "notwendige Atempausen nach Zeiten des schnellen Laufs" ein. Er äußerte sich erfreut über das "feste Band des Glaubens", das evangelische und katholische Christen in Sachsen miteinander verbinde, und machte Mut zum gemeinsamen Glaubenszeugnis.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 24 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 15.06.2006

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