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Bistum Görlitz

Fair Play

Deutsch-Polnisches Fußballfest in Görlitz

Umringt von den jüngsten Fußballern eröffnen Bischof Rudolf Müller und Prälat Jan Mycek das erste deutsch-polnische Fußballfest. Im Herbst soll es eine Neuauflage in Zgorzelec geben. Foto: Andreas Schuppert Görlitz - Einen Vorgeschmack auf die Fußball-Weltmeisterschaft bekamen die Katholiken am 30. April in Görlitz. Die Gemeinden der Stadt luden zu einem deutsch-polnischen Fußballfest ein.

Unter dem Motto "Nachbarn zu Gast bei Freunden" waren nicht nur die Akteure bei strahlendem Sonnenschein ins "Stadion der Freundschaft" gekommen. Rund 150 Zuschauer von diesseits und jenseits der Neiße feuerten die Mannschaften kräftig an. Jeweils eine polnische und deutsche Auswahl traten in verschiedenen Altersgruppen gegeneinander an. Schirmherren der Veranstaltung waren Bischof Rudolf Müller und der Görlitzer Kultur-Bürgermeister Ulf Großmann (CDU).

Die polnischen Fußballer hatten die Nase vorn

Bei den Kindern bis 14 Jahren und den Jugendlichen erwiesen sich die polnischen Gäste als die besseren Mannschaften und konnten mit 7:2 beziehungsweise 1:0 gewinnen. Bei den Männern bis 35 und den "alten Herren" waren leider keine polnischen Mannschaften angetreten, sodass die Deutschen gegeneinander spielen mussten. Dass die "Alten" dabei den Jüngeren noch etwas vormachen konnten, zeigte das Ergebnis: Die alten Herren gewannen das Spiel mit 3:2. Gewurmt hat es den einen oder anderen, aber nicht wirklich geärgert: Denn Fair Play war bei allen Spielen oberstes Gebot. Etwas, was dem Initiator des Fußballfestes, Pfarrer Dr. Alfred Hoffmann, besonders freute. Die Ehre für die deutschen Teams rettete die Priester-Auswahl des Bistums, die gegen die Kleriker aus Zgorzelec mit 2:1 gewann.

Für Pfarrer Alfred Hoffmann war es vor allem wichtig, die Gemeinsamkeiten einer solchen Veranstaltung zu betonen. "Deutsche und polnische Christen treffen sich regelmäßig zu den verschiedensten Veranstaltungen wie Gottesdiensten. Mit dem Sport können wir aber ebenso Brücken über die Grenze schlagen", meint Pfarrer Hoffmann.

Kirche braucht heute "Hingucker"

Dass der Sport durchaus auch missionarische Aufgabe hat, betonte Bischof Rudolf Müller am Rande der Veranstaltung. Die Kirche brauche heute Leuchttürme oder "Hingucker", um sich bemerkbar zu machen. Auch wenn sich das Treffen in Görlitz vor allem an Christen richtete, ist der Sport ein Mittel, auch Menschen außerhalb der Gemeinden zu erreichen. Für diejenigen, die beim deutsch-polnischen Vergleich dabei waren, war es ein gelungenes Fußballfest. Der Pfarrer von St. Bonifatius in Zgorzelec, Prälat Jan Mycek, ist sich sicher, dass dies nicht die letzte Begegnung war und lud zur "Rückrunde" im Herbst nach Zgorzelec ein. Dann haben die Verlierer die Möglichkeit zur Revanche. Pfarrer Alfred Hoffmann und viele Akteure freuen sich jetzt schon darauf.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 18 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 04.05.2006

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