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Bistum Erfurt

Kirche ist eine Welt für sich

Ausländische Studenten führen Landsleute durch Erfurter Dom

Erfurt (as) - "Hartelijk welkom in de Dom van Erfurt!" Die niederländischen Besucher der Bischofskirche werden in diesen Tagen staunen. Sie bekommen eine Führung in ihrer Muttersprache angeboten. Zu verdanken haben sie das dem ARC. Das Kürzel steht für die Wörter Accueil (Empfang), Recontre (Begegnung) und Communauté (Gemeinschaft). Es ist nach eigenen Angaben eine ökumenische Organisation, die von jungen Leuten geleitet wird. Jedes Jahr organisiert ARC im Sommer international gemischte Gruppen von Studenten für mehrere europäische Kathedralen. Für drei Wochen führen die jungen Leute Besucher durch die Kirchen, jeder in seiner Sprache.

In Erfurt sind es diesmal drei, auf die das Los gefallen ist. Die Theologiestudentin Naomi Young kommt aus Suffolk in Ostengland. Sie wird vor allem die englischsprachigen Gruppen übernehmen. "Ich möchte aber auch Kontakte zu den Menschen hier knüpfen", sagt sie. "Vor allem möchte ich erleben, was die Kirche tut, um die Menschen für den Glauben wieder zu gewinnen."

Die Deutschlehrerin Elke Rötgens kommt aus Gent in Belgien. Sie wird in diesen Wochen am meisten zu tun haben, denn sie spricht vier Sprachen perfekt. Voriges Jahr, so sagt sie, habe sie diese Führungen in Westminster Abbey gemacht. Auch sie möchte vor allem mit den Menschen in Ostdeutschland Kontakte knüpfen.

Der dritte im Bunde ist der Jurastudent Xaver Laureyns. Wie Elke kommt er ebenfalls aus Gent. Der Umgang mit den Touristen ist für ihn das Wichtigste. "Als Tourist habe ich es auch lieber, wenn ich mit jemandem ins Gespräch kommen kann, anstatt mit einer Broschüre herum zu laufen", meint der 22-jährige. Eine Kirche sei eine Welt für sich, eine Kombination aus Architektur, Geschichte und Religion.

Gotteshäuser in all diesen Aspekten darzustellen, ist auch das Anliegen des ARC. Neben den Führungen setzt die Organisation sich zum Ziel, den Kontakt zwischen den Menschen aller Konfessionen zu verbessern.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 32 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 09.08.2001

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