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Bistum Dresden-Meißen

Begegnet

Pfarrer Michael Ulrich, ein Mann des Dialogs

Sein 50. Priesterjubiläum feiert Pfarrer Dr. Michael Ulrich am 9. April im Bischof-Benno-Haus Schmochtitz. Der 1928 in Halle Geborene wurde nach seinem Theologiestudium am 8. April 1956 in Leipzig-Lindenau, am Sitz des Oratoriums des hl. Philipp Neri, zum Priester geweiht. Der Gemeinschaft der Oratorianer gehörte der Theologe bereits damals an. 1958 ging er als Kaplan nach Pirna, wo er die Gründung eines neuen Oratoriums vorbereiten sollte (das spätere Oratorium Dresden).

1961 war Ulrich zunächst Kaplan in Freital und dann an der Hofkirche Dresden. Zugleich war er für die seelsorgerliche Begleitung der Kapellknaben zuständig. Ab 1966 Studentenpfarrer und 1974 bis 1982 Akademikerseelsorger in Dresden, hat er mehrere Generationen Intellektueller der Stadt mit geprägt. Vor allem sein Einsatz für die Einheit der Christen hat viele beeindruckt und zu Mitstreitern werden lassen. An der theologischen Grundlegung der Texte für den konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung hatte er großen Anteil. Seit 1971 war der Sitz des Oratoriums Dresden die Pfarrei Weißer Hirsch, wo Michael Ulrich von 1982 bis zum Eintritt in den Ruhestand (1999) Pfarrer war. Er hat daneben viele Funktionen ausgefüllt. So war er von 1976 bis 1990 Sekretär der Ökumenekommission der Berliner Bischofskonferenz. Gleichfalls von 1976 an war er bis 1993 Leiter der Ökumenischen Arbeitsstelle Dresden und vertrat als solcher die katholische Kirche im Stadtökumenekreis, den er einige Jahre leitete. Dem in der Wende gegründeten Ökumenischen Informationszentrum war er von 1990 bis 1996 ein fördernder Vorstandsvorsitzender.

Die Menschen, die mit ihm zusammenarbeiteten, bezeugen seine große Fähigkeit zum Brückenbauen, seine stille Beharrlichkeit und seine Toleranz. Was seinen Namen in Dresden aber besonders bekannt machte, ist Michael Ulrichs Einsatz für die Verständigung zwischen Christen und Juden. 1981 gründete er den Dresdner Arbeitskreis Begegnung mit dem Judentum mit, die heutige Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit. Wie weit er gerade angesichts der aktuellen politischen Entwicklung Ökumene fassen möchte, zeigt seine jüngste Veröffentlichung: "Christen, Juden und Muslime rufen den einen Gott an", in dem er Gebetsanrufungen vergleicht und das spezifisch Christliche herauszufinden versucht (LIT Verlag Münster 2005).

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 14 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 06.04.2006

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