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Bistum Dresden-Meißen

Gottes Wort als Fußlampe

Regionales Weltjugendtreffen in Freiberg

'Woran erinnert ihr euch noch besonders gerne?' Anne Artelt ging mit dem Mikrophon durch die Bankreihen der Freiberger St.-Johannis-Kirche. Foto: Dorothee Wanzek Freiberg - Die Tradition ist genauso alt wie die Weltjugendtage selbst, im Dekanat Chemnitz wurde sie in diesem Jahr zum ersten Mal aufgegriffen: Um den Palmsonntag herum treffen sich Jugendliche in aller Welt zu regionalen Weltjugendtagen.

"Wir haben uns beim Weltjugendtag in Köln kennengelernt", erzählen Gloria Puscher aus Riesa und Laura-Marie Woidniok aus Freiberg. Seither haben sie kaum eine Gelegenheit ausgelassen, sich wieder zu treffen. Wenn sie davon erzählen, wie sie mit hunderttausenden junger Christen die Nacht auf dem Marienfeld bei Köln verbracht haben, beginnen ihre Augen zu leuchten. "Nachher habe ich ganz viel mit meinen Freunden darüber geredet, über manches haben wir auch heftig diskutiert", erzählt Laura-Marie. Gloria hingegen fand es "gar nicht so einfach", ihren Bekannten und Mitschülern, die keine Christen sind, etwas von dem rüberzubringen, was der Weltjugendtag ihr bedeutet hat.

Rund 80 Jugendliche waren am 2. April aber nicht nur in der Freiberger Pfarrei St. Johannes zusammengekommen, um in Erinnerungen zu schwelgen, gemeinsam Bilder anzuschauen und noch einmal die Weltjugendtags-Schlager zu singen. "Es geht darum, die Flamme der Begeisterung neu aufleuchten zu lassen, Freunde einzubeziehen und selbst mehr mit der Bibel und mit Christus vertraut zu werden", sagte der Freiberger Kaplan Marcus Hoffmann, der mit seiner Co-Moderatorin Anne Artelt durch den Nachmittag führte.

Papst Benedikt XVI. hatte für die Teilnehmer des 21. Weltjugendtages ein Psalmwort ausgesucht: "Dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte, ein Licht für meine Pfade". Im Gespräch mit den Jugendlichen regte Bischof Joachim Reinelt dazu an, das Wort Gottes in das eigene Leben einzubeziehen.

Die jungen Männer und Frauen erzählten ihm, wie sie sich Gott vorstellen: als Liebenden zum Beispiel, als Vater, als Geheimnisvollen, Beschützer oder als Gerechten. So facettenreich und manchmal auf den ersten Blick sogar widersprüchlich wie die Gottesbilder waren auch die Bibelworte, von denen die Weltjugendtagsteilnehmer erzählten, dass sie sie als Firmsprüche für ihr Leben ausgewählt hatten. "Wer glaubt, Gott genau zu kennen, der hat noch gar nichts von ihm begriffen", sagte der Bischof.

Er ermutigte seine Zuhörer, ein Bibelwort auszuwählen, das ihnen besonders lieb geworden sei, und es konsequent im Alltagsleben umzusetzen. So werde ihr Leben nach und nach von Gott verwandelt. Wer von Gott und seiner grenzenlosen Liebe ergriffen sei, werde beispielsweise andere Menschen nicht mehr als Feinde wahrnehmen.

Nach der Bischofs-Katechese waren die Jugendlichen zur Beichte oder zum persönlichen Gespräch mit einem Priester eingeladen. Zum Abschluss feierte Bischof Reinelt mit ihnen eine heilige Messe.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 14 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 06.04.2006

zur Website des Weltjugendtages

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