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Bistum Dresden-Meißen

Plädoyer für gelungene Beziehungen

Partnerschaften und Familie standen im Mittelpunkt der Schmochtitzer Fastenseminare

Astrid von Friesen

Schmochtitz (as) - Dümmliche Sprüche über "Beziehungskisten" kommen an und anzügliche Witze sind längst keine Männer-Domäne mehr. Dennoch sehnt sich laut Umfragen der überwiegende Teil der Deutschen nach einer gelungenen Beziehung. Mut zur Partnerschaft, zum Kind, zur Treue waren die Themen der diesjährigen Schmochtitzer Fastenseminare. Und auffallend viele junge Leute sind am vergangenen Montag, dem letzten Abend, an dem es um Treue in der Partnerschaft ging, in das Bischof-Benno-Haus gekommen.

Partnerschaften, so die Dresdner Pädagogin, Gestalttherapeutin und Autorin Astrid von Friesen, sind heute so verlässlich wie eine Arbeitsstelle. In einer "Hip-Hop- Gesellschaft" stehe der Spaß im Vordergrund – mit desaströsen Auswirkungen auf die Beziehungen. "Und das Ende", sagt Frau Friesen, "wird immer aggressiver. Besonders Frauen gestalten den Rosenkrieg höchst aktiv."

Untreue zum Beispiel dürfe man aber nicht isoliert sehen, sondern sei ein Zeichen, dass es in der Partnerschaft auch so nicht stimmt. Die Hauptursache für 40 Prozent Scheidungsrate in Deutschland hat die Therapeutin ebenfalls ausgemacht: das Fernsehen. "Das Fernsehen und zunehmend auch das Internet sind die Beziehungsund Familienkiller Nummer eins." Und wenn sich die Partner nichts mehr zu sagen hätten, sei es kein Wunder, dass die Frau "mit dem Yoga-Trainer durchbrennt".

Ganz so dramatisch sieht Rolf Schulze aus Dresden, Vater von sieben Kindern, der mit seiner Frau Regina in diesem Jahr 25- jähriges Ehejubiläum feiert, die Sache nicht. "Es nützt der Familie nichts, wenn der Fernseher einfach weggeschlossen wird. Man muss sich kritisch damit auseinandersetzen." Frau von Friesen gibt zu, dass sie zu den Medien ein extrem gespanntes Verhältnis hat, denn sie seien es heute vor allem, die die unrealistischen Bilder von Partnerschaften transportieren. Das Beziehungsleben sei aber kein szenisches Happy-End. Außer der Medienschelte hält Frau von Friesen ein überzeugendes Plädoyer für gelungene Beziehungen. Das Wichtigste: sich Zeit füreinander nehmen, miteinander reden. "Das Projekt Beziehung muss gepflegt werden. Es funktioniert nicht von selbst", versucht sie mit falschen Vorstellungen von Ehe und Partnerschaft aufzuräumen. "Und die Liebe kann heilen, nicht nur das Individuum, sondern auch die Gesellschaft. Ohne Bindung, ohne gelungene Partnerschaften würde jede Gesellschaft zerfallen. Die Ansätze sehen wir schon." Rolf und Regina Schulze ergänzen die Therapeutin und erzählen von ihren Erfahrungen: "Gott hat uns in unserer Beziehung geholfen."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 12 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 23.03.2006

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