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Bistum Görlitz

Entscheidung für die Sache Jesu

17 Bewerber aus dem Bistum Görlitz bereiten sich derzeit auf den Diakonatshelferdienst vor

Marlies Hille und Ekkehard Schicketanz aus Spremberg nehmen an der Ausbildung zum Diakonatshelfer teil. Foto: Martin Kliemank Cottbus - In der Diasporasituation gewinnt der Dienst von ehrenamtlichen Mitarbeitern zunehmend an Bedeutung. Dies bestätigte auch die Ausbildung zum Diakonatshelfer am 3. und 4. März in Cottbus, an der 17 Frauen und Männer teilnahmen.

Der Dienst des Diakonatshelfers ist in Zeiten des Priestermangels zunehmend bedeutungsvoller geworden. In Pfarrkuratien, in denen ein wöchentlicher Sonntagsgottesdienst längst nicht mehr selbstverständlich ist, nehmen die von Diakonatshelfern gestalteten Wort-Gottes-Feiern einen hohen Stellenwert ein. Auch beim Spenden der Krankenkommunion oder als Kommunionhelfer im Gottesdienst sind sie dem Priester eine wertvolle Hilfe.

Dienst erfordert besondere innere Einstellung

Unverständlich war für den Spremberger Pfarrer Norbert Joklitschke deshalb, dass in seiner Gemeinde bisher nur einer diesen Dienst ausübte. Er warb bei seinen Gemeindemitgliedern für diese Aufgabe. Erfreulicherweise erklärten sich schließlich vier Spremberger bereit sich zum Diakonatshelfer ausbilden zu lassen.

Ekkehard Schicketanz, einer von ihnen, hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. "Ich habe mir eine Bedenkzeit ausgebeten, denn ich halte dieses Amt für etwas Besonderes." Er habe sich bisher als Lektor, im Kirchenchor oder bei der Organisation von Gemeindefesten eingebracht. Doch der Diakonatshelferdienst erfordere eine andere innere Einstellung, so Schicketanz. "Ich habe mich gefragt, ob ich würdig genug sei, um als Diakonatshelfer tätig zu werden und ob mich die Gemeinde in diesem Dienst annehmen wird." Dank der Ermutigung des Pfarrers stand am Ende aber die Entscheidung "etwas für die Sache Jesu tun zu wollen."

Weitere 16 Bewerber aus dem Bistum Görlitz erfüllten die Voraussetzung, in Gemeinde und Alltag ein überzeugend christliches Zeugnis abzulegen. Sie nahmen am 3. und 4. März gemeinsam an einem ersten Ausbildungswochenende für Diakonatshelfer teil. Norbert Joklitschke, der die Diakonatshelfer als Seelsorger betreut und die Ausbildungen durchführt, freute sich über die große Teilnehmerzahl und begrüßte besonders jene, deren Pfarreien diesen Dienst bisher nicht kannten. Joklitschke legte den Teilnehmern die Grundordnung und Geschichte des Diakonatshelferdienstes dar und führte in die Sakramentenlehre ein.

Probleme, die Wandlung mit Worten zu beschreiben

In das Programm floss aber ebenso die Behandlung der Leseordnung und die Gestaltung von Andachten und Predigten ein. Reichlich Diskussionsbedarf gab es zu Fragen der Wort-Gottes-Feiern oder der Kommunionausteilung. Die Wandlung des Brotes in den Leib Christi verständlich zu beschreiben, damit hatte Ekkehard Schicketanz seine Probleme. "Es fällt schwer das Geschehen in Worte zu fassen", muss Pfarrer Joklitschke zugeben, weshalb man auch vom "Geheimnis des Glaubens" spricht. Wenngleich sich Schicketanz eine Predigt zu halten noch nicht zutraut, ist er für die neuen Aufgaben offen. Nach zwei weiteren Ausbildungswochenenden und der Empfehlung durch den Heimatpfarrer kann der Bischof die Anwärter zunächst für drei Jahre als Diakonatshelfer beauftragen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 11 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 16.03.2006

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