Jetzt 4 Wochen kostenfrei Tag des Herrn lesen!
Bistum Erfurt

Glauben hat mit Freude zu tun

Wolfgang Mende aus Jena

Wolfgang Mende ist dankbar, dass er sich für die Gemeinde einsetzen durfte, aus der er stammt und in der er leben darf. Foto: Stefan Götting Jena - Wolfgang Mende ist ein Mann, dessen Energie überspringt. Ob Baustelle, Gemeindefest oder Karneval: Die Jenaer katholischen Christen konnten und können sich auf ihren "Organisator" mit Herz immer verlassen.

"Wenn ich etwas mache, dann mache ich es mit dem Herzen und bin ganz dabei", betont Wolfgang Mende, der über 25 Jahre in der Jenaer Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist als Verwaltungsleiter tätig war. Prägend in all diesen Jahren war sein Humor, mit dem er manche Schwierigkeit umschiffte und jeder Feier der Gemeinde den prägenden Stempel gab. "Woher er seinen Humor habe?" Wolfgang Mende stutzt und überlegt kurz: "Das hängt sicher mit meinem erlernten Beruf in der Werbung zusammen. Diese Tätigkeit ist sehr kreativ. Vieles von dem, was ich mir erträumte, konnte ich dort umsetzen. Zum anderen wurde mir der Humor sicher in die Wiege gelegt." Eines aber kann Wolfgang Mende bis heute nicht: "Ich bin kein Funktionär. Es muss zwar alles funktionieren, aber ich funktioniere nicht. Für mich muss alles mit Leben erfüllt sein."

Sein kirchliches Engagement begann Wolfgang Mende in den Jahren 1960 bis 63 als Referent in der Jugendseelsorge. "Damals konnte ich im Namen der Bistumsjugend Bischof Hugo Aufderbeck mit begrüßen", erinnert er sich. Nach dieser Zeit in der Seelsorge ging er zunächst zurück in seinen Beruf als Werbegestalter. Eine Zeit, die ihn prägte und ausfüllte. 1980 folgte er dem Ruf seiner Heimatgemeinde, die jemanden brauchte, der sich um die tausend kleinen und großen Dinge sorgen und kümmern konnte. So trat Wolfgang Mende als Verwaltungsleiter in den Dienst der Pfarrei St. Johannes Baptist. Große Herausforderungen kamen dabei unter anderem nach der Wende auf ihn zu. Beispielsweise der Umund Neubau des Pfarrhauses, die Renovierung der Kirche, die Baumaßnahmen an den Gemeindegrundstücken in der Wagnergasse … "Vor der Wende ging nichts ohne Beziehungen, danach nichts ohne Geld", resümiert Mende lachend. Dennoch, es wurde bis heute viel geschafft.

Eine weitere Aufgabe, die ihm sehr am Herzen liegt, ist die des Diakonatshelfers: "Es ist mir ein persönliches Anliegen am Heiligen Abend und auch am Karfreitag in unserem Altenheim (Luisenhaus in Trägerschaft der Caritas und des Deutschen Ordens) Wortgottesdienste für die Senioren anzubieten." Dazu kommen im Luisenhaus und in der Gemeinde liturgische Feiern über das ganze Jahr. Jetzt im Ruhestand wird Wolfgang Mende diesen Dienst weiter tun und auch sonst in der Gemeinde aktiv bleiben. So sicher beim Karneval, der seit 1990 im Jenaer Volkshaus gefeiert wird. Und wie eine Zeitung schrieb, sei der katholische Karnevalsverein der einzige seiner Art, der diesen Veranstaltungsort füllen könne. In diesem Jahr kamen über 600 Leute. Wolfgang Mende erfüllt dies mit Stolz.

Und da sind die Gemeindefeste: Das zurückliegende fand im Juni 2005 aus Anlass der Feiern zu 100 Jahre Pfarrei St. Johannes Baptist statt. "Für mich war dieses Fest der Höhepunkt meiner aktiven Zeit. Das 75-jährige Bestehen stand am Anfang und der 100. Geburtstag am Schluss – so schließt sich ein kleiner Kreis."

Wolfgang Mende ist es einfach wichtig, mit seinem Engagement darauf hinzuweisen, dass zum Glauben die Freude gehört. Seinem Ruhestand sieht er mit Gelassenheit entgegen. Der Familienvater mit drei Kindern und neun Enkeln weiß sich gebraucht: In seiner Familie und in der Gemeinde. So beispielsweise in der von ihm gebildeten so genannten "Mittwoch-Eingreifgruppe", die aller 14 Tage Senioren und Vorruheständler zusammenführt, die sich aktiv um Haus und Hof kümmern.

Für sein Engagement um Kirche und Gemeinde wurde Wolfgang Mende von Bischof Joachim Wanke mit der Elisabeth-Medaille, der höchsten Auszeichnung des Bistums geehrt.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 11 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 16.03.2006

Aktuelle Buchtipps