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Bistum Görlitz

Kein Job aus reiner Nächstenliebe

Der Integrationsfachdienst der Malteser vermittelt seit einem Jahr Behinderte in den Arbeitsmarkt

Görlitz (as) - Seit Januar 2005 gibt es unter dem Dach der Malteser in Görlitz den Integrationsfachdienst für die Arbeitsvermittlung- und -betreuung von Behinderten. Das Konzept hat sich bewährt.

Behinderte in den Arbeitsmarkt zu vermitteln, Hilfestellung bei der Job-Suche zu geben oder die Betreuung während der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu gewährleisten: Das gehört unter anderem zu den Aufgaben des Integrationsfachdienstes Sachsen, der für Görlitz und den Niederschlesischen Oberlausitzkreis seit einem Jahr unter Trägerschaft der Malteser in der Neißestadt arbeitet.

Das Büro auf dem Görlitzer Mühlweg wird von zwei Sozialarbeitern geführt, die sich um behinderte Menschen kümmern, wenn es darum geht, ihnen durch Arbeit wieder einen Sinn im Leben zu geben und damit zu zeigen, dass sie in der Gesellschaft gebraucht werden. "Der Bedarf ist enorm", bestätigt Ronald Jäger, der vor allem für die Arbeitsvermittlung und die Erstbetreuung zuständig ist.

Bis zu 20 Klienten betreut Jäger monatlich, seit der Eröffnung des Büros vor einem Jahr haben rund 100 Rat Suchende an seine Tür geklopft. Jäger vermittelt seine Schützlinge zum Beispiel in Trainingsmaßnahmen oder in Probebeschäftigungen. Aus den Trainingsmaßnahmen wurden bisher zwei Betroffene in feste Beschäftigungsverhältnisse vermittelt, ein Arbeitsverhältnis konnte der Sozialarbeiter direkt herstellen. Zudem sind drei Behinderte auf Initiative des Integrationsfachdienstes in Behindertenwerkstätten untergekommen. Aufgrund der persönlichen Situation der Klienten und der allgemeinen schlechten Arbeitsmarktlage in der Region ein Erfolg, der ohne die intensive Beratung und Begleitung des Fachdienstes nicht zustande gekommen wäre. "Bei der Job-Vermittlung für Behinderte sind mehrere Komponenten zu berücksichtigen: Die Qualifikation des Betroffenen, sein soziales Umfeld spielen eine wichtige Rolle", weiß Ronald Jäger inzwischen aus Erfahrung.

Das bestätigt auch seine Kollegin Lydia Uhlig, die sich besonders um Behinderte im Arbeitsprozess, aber auch um Probleme der beruflichen Rehabilitation kümmert. Hierbei geht es nicht nur um die Beratung für Behinderte, sondern auch für die Arbeitgeber. Frau Uhlig ist in den Betrieben unterwegs, erstellt Gutachten für den Integrationsfachdienst und andere Kostenträger und gibt Hilfestellung, wenn Probleme am Arbeitsplatz auftauchen. Das können Schwierigkeiten bei psychischen Erkrankungen oder auch bei betriebsbedingten Umstellungen sein. "Die Frage ist dann, ob ein Behinderter diese Arbeit noch machen kann." In wirtschaftlich schwierigen Zeiten werde es für behinderte Menschen immer problematischer, Arbeit zu finden. Umso wichtiger seien deshalb die Fachdienste, die helfen können. "Kein Arbeitgeber hat heute mehr einen Job aus reiner Nächstenliebe zu vergeben", sagt Ronald Jäger.



Hinweis
Malteser Hilfsdienst e.V.
Integrationsfachdienst Sachsen
Mühlweg 3
02826 Görlitz
Tel.: (0 35 81) - 48 00 50 | (0 35 81) - 48 00 51
Fax: (0 35 81) - 48 00 40
E-Mail: ronald.jaeger@ifdmalteser.de | lydia.uhlig@ifdmalteser.de
Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 10 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 09.03.2006

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