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Das Leben der fränkischen Mönche überzeugte einen Chemnitzer

Erste zeitliche Profess für Thomas Neumann

Bruder Gordian (Thomas Neumann) Münsterschwarzach / Chemnitz (tdh/an) - Die Abtei Münsterschwarzach der Missionsbenediktiner im Maintal in Unterfranken kannte der gebürtige Chemnitzer Thomas Neumann schon aus der Zeit, in der er dort vor sechs Jahren eine Gärtnerlehre absolvierte. Er erinnert sich: "Ich habe während meiner Lehrzeit erlebt, wie lebendig und überzeugend Mönche ihren Glauben leben, das hat mich angesprochen." Und so stand irgendwann für Thomas Neumann fest, dass er Gott in der dortigen Gemeinschaft suchen möchte. Anfang 1999 entschloss er sich, es zu versuchen, und trat als Postulant der Gemeinschaft bei. Nach einem halben Jahr begann er sein Noviziat. Und jetzt konnte Thomas Neumann - mit Ordensnamen Bruder Gordian - seine erste zeitliche Profess ablegen. Damit bindet er sich für zwei Jahre an Gott und die Gemeinschaft von Münsterschwarzach. Was die Profess für ihn bedeutet, umreißt er mit folgenden Worten: "Für mich war es wichtig, eine neue Verbindlichkeit einzugehen. Das ist etwas Gegenseitiges - die Gemeinschaft entschied sich für mich und ich mich für die Gemeinschaft."
An der zeitlichen Profess nahmen seine Familie und eine Reihe von Bekannten teil. Cousin Albrecht Neumann schreibt: Nach dem Evangelium begann der eigentliche Professritus. Bruder Gordian kniete vor dem Abt und bat die Gemeinschaft um die Zulassung, für zwei Jahre im Kloster zu leben. Die darauffolgende Frage bejahte er: "Mit Gottes Hilfe bin ich dazu bereit." Für alle hörbar verlas er eine handgeschriebene Urkunde, in der er die benediktinischen Regeln: Beständigkeit, klösterliche Lebensweise und Gehorsam zu halten gelobte. Danach zeigte er die Urkunde hoch, legte sie auf den Altar und unterschrieb sie. Es folgte der Professgesang "Suscipe me, Domine", in dem er Gott sein Vertrauen und ihn um Aufnahme, ohne enttäuscht werden zu müssen, bat. Nachdem er ihn einmal durchgesungen hatte, wiederholte ihn die Gemeinschaft, und es wurde ein Gebet über Bruder Gordian gesprochen. Er empfing seine Professzeichen, darunter die kleine Kukulle, ein Teil des Mönchsgewandes als Zeichen seines ersten Versprechens. Indem er dem Abt den Friedensgruß gab, endete der Professritus. Bruder Gordian und den zwei folgenden Jahren galten auch die Fürbitten.
Momentan arbeitet Bruder Gordian im Rahmen eines Praktikums in der Klostergärtnerei mit, um sich gärtnerisch weiterzubilden. Für die Zukunft wünscht er sich die Lust am Leben, die Vertiefung seiner Bibelkenntnisse sowie Offenheit für die Entwicklungen in der Kirche und vieles mehr. Nach den kommenden zwei Jahren besteht die Möglichkeit einer zweiten zeitlichen Profess, an die sich die ewigen Gelübde anschließen.

Die Abtei Münsterschwarzach bei Würzburg gehört zu den ältesten Benediktinerklöstern. Gegründet wurde sie 815 vom ostfränkischen Grafen Megingaud. Nach fast 1000 Jahren wurde die Abtei im Jahr 1803 säkularisiert. Einen Neuanfang wagten Mönche der Benediktinerkongregation von St. Ottilien im Jahr 1913. Deren Ursprünge gehen auf die Klostergründung von Pater Andreas Amrhein zurück. Dieser wollte 1884 benediktinisches Leben mit der Missionstätigkeit verbinden.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 31 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 02.08.2001

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