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Bistum Magdeburg

Stolz auf ihre Paten

Das Projekt "Moradia & Vida"

Magdeburg - Viele Kinder im strukturschwachen Nordosten Brasiliens wachsen in Armut auf. Ohne guten Unterricht, genügend zu essen und einem Dach über dem Kopf haben sie kaum eine Chance auf eine gute Zukunft. Das Patenschaftsprojekt "Moradia & Vida" will daran etwas ändern.

Wenn Bernadette Albrecht von ihrem letzten Besuch in Mairi/ Brasilien berichtet, strahlt sie vor Freude: "Ich hatte das Gefühl, dass unser Projekt erste Früchte trägt", berichtet sie glücklich. Vor rund neun Jahren hat die Sozialpädagogin gemeinsam mit anderen ehrenamtlichen Helfern das Patenschaftsprojekt "Moradia & Vida" ("Wohnen und Leben") gegründet. Damals vermittelte die Projektgruppe für zehn bedürftige Kleinkinder Patenschaften in Deutschland.

Die Kleinkinder von einst gehen heute schon zur Schule. Und mit ihnen ist auch das Projekt gewachsen: 21 Mädchen und Jungen im Alter von sieben bis zehn Jahren werden zurzeit von deutschen Paten mit 30 Euro im Monat unterstützt. Die Kinder stammen aus der sozial schwachen Schicht und aus schwierigen familiären Verhältnissen. Mit dem Geld aus Deutschland werden die Ausbildung an einer Privatschule, Schulmaterial, die Basisausstattung des Hauses und medizinische Behandlungen finanziert. Da das öffentliche Schulsystem sehr schlecht ist, garantiert die Privatschule eine gute Ausbildung, die sich sonst nur reichere Familien leisten können.

Seit 2002 ermöglichen einige Paten außerdem die hauptamtliche Tätigkeit eines Sozialarbeiters, der den Familien vor Ort hilft, ihren Alltag zu bewältigen. Mit den Mitarbeitern in Mairi steht Bernadette Albrecht in ständigem Kontakt. "Mindestens einmal pro Monat wird alles am Telefon geklärt", sagt sie. Um die Verwaltungsarbeit zumindest etwas zu erleichtern, ist die Initiative als Auslandsprojekt dem Malteser Hilfsdienst angegliedert. Martin Albrecht, Mitinitiator von "Moradia & Vida", betont, wie wichtig es ist, dass seine Schwester in freundschaftlichem Kontakt zu den Helfern in Brasilien steht: "So kann offen und ehrlich über alles gesprochen werden." Die Freundschaften entstanden, als Bernadette Albrecht von 1995 bis 1997 als Missionarin auf Zeit in Mairi arbeitete.

Sie kennt die Verhältnisse in dem kleinen Ort und betont, wie wichtig ein ganzheitlicher Ansatz für die Region ist. So wird etwa auch die Mitarbeit der Eltern erwartet: ehrenamtliches Engagement im Kindergarten und die intensive Begleitung ihrer Kinder. Auch ein Alphabetisierungskurs wird empfohlen. Arbeitslose Mütter erhalten ein Handarbeitstraining.

Bei ihrem letzten Besuch in Mairi im Oktober letzten Jahres hat Bernadette Albrecht mit allen Familien gesprochen. Die Patenkinder hat sie als aufgeweckt und selbstbewusst erlebt: "Sie sind stolz auf ihre Paten. Das war mir vorher gar nicht so bewusst." Zwischen den Kindern und den Paten in Deutschland besteht ein persönlicher Kontakt. Außerdem halten halbjährliche Berichte die Paten auf dem Laufenden.

Mit dem Älterwerden der Kinder will man vor allem ihr Sozial- und Umweltbewusstsein fördern. "Die Kinder sollen Interesse am Gemeinwesen und am anderen entwickeln", erläutert Bernadette Albrecht. Dies sei für die Weiterentwicklung der Region sehr wichtig.

Um den Sozialarbeiter angemessen bezahlen und auch Zusatzleistungen finanzieren zu können, sucht "Moradia & Vida" noch weitere Paten und Spender. Auch ehrenamtliche Helfer, die gute Ideen mitbringen oder bei der Übersetzungsarbeit helfen können, sind willkommen.



Kontakt
Peter-Georg Albrecht
Helmholtzstraße 6
39112 Magdeburg
Tel. (03 91) - 6 22 83 13
info@moradia-vida.de
Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 6 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 15.02.2006

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