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Bistum Erfurt

Beratung und Begleitung

Zehn Jahre Familienzentrum Kerbscher Berg

Kinder und ihre Eltern sind auf dem Kerbschen Berg immer willkommen. Foto: Holger Jakobi Dingelstädt - Das Familienzentrum auf dem Kerbschen Berg in Dingelstädt wurde vor nunmehr zehn Jahren eröffnet. Heute ist die Einrichtung bei Eltern und Kindern beliebt und unterhält in Heiligenstadt eine Außenstelle.

Wenn Carla Riechel, Leiterin des Familienzentrums, über ihrer Arbeit berichtet, dann gebraucht sie gerne ein Wort des Religionspädagogen Adolf Exeler: " ... wir wollen helfen, dass Leben gelingt unter dem Zuspruch und Anspruch Gottes". Weiter betont sie, dass "es gerade das Schöne an unserer Arbeit ist, dass wir Eltern und Kinder über die verschiedenen Etappen und Entwicklungsphasen von Familie hinweg begleiten". Damit verbunden, so Carla Riechel, ist die Aufgabe und Chance, Eltern in ihrem alltäglichen Erziehungshandeln zu stärken und Glauben (er-)lebbar zu machen.

Besonders im Blick auf Familien kann das Familienzentrum vieles leisten, was gerade in kleinen Pfarrgemeinden nicht mehr möglich ist. Ganz konkret geht es um die Möglichkeit zu Begegnung und Austausch, um familienorientierte Bildung sowie Fragen der Erziehung und der religiösen Orientierung. Carla Riechel: "Wir wollen Menschen zu selbst- und mitverantwortlichem Handeln befähigen und Räume eröffnen, wo sie in Gemeinschaft ihren Interessen nachgehen, Fähigkeiten erweitern und für andere einsetzen können."

Die Beratung und Begleitung von jungen Müttern beginnt schon in der Schwangerschaft. So gibt es Kursangebote vor und nach der Geburt sowie zur Vorbereitung auf die Taufe. Carla Riechel ist es dabei wichtig, kontinuierliche Angebote zu unterbreiten, auf die sich die Eltern einlassen können. Vormittags beispielsweise steht im Haus die Eltern-Kind-Arbeit im Mittelpunkt, bei der Kinder bis zum Alter von drei Jahren mit ihren Müttern zu Gast sind. Nachmittags kommen Eltern mit Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter. Und am Abend lädt das Familienzentrum zu Erwachsenenkursen ein, die ein breites Spektrum an Themen zum Inhalt haben. Um Glaubensfragen geht es genauso wie um Angebote zur Entspannung und zum kreativen Tun. "Unser Angebot ist so bunt und vielfältig, wie sich das Leben darstellt", berichtet Carla Riechel.

Die Theologin und Pädagogin ist seit August 1998 für die Leitung des Familienzentrums verantwortlich. Begonnen wurde aber schon 1994. Nach dem Weggang der Franziskaner zogen Ursulinen aus Werl und später aus Duderstadt ein, die in wechselnder Besetzung noch heute im Haus aktiv sind. Es wurde das Bewerbungsschreiben des Bischöflichen Ordinariates Erfurt an das Thüringer Sozialministerium für das Modellprojekt "Familienzentrum" auf den Weg gebracht und zur ersten Veranstaltung – Adventsbasteln für Eltern und Kinder – eingeladen. 1995 folgte der Einzug von Rektor Paul Julius Kockelmann. Nach der Renovierung der Kirche und der ersten Räume konnte das Familienzentrum Kerbscher Berg schließlich am 12. Januar 1996 offiziell eröffnet werden.

Ein Blick darauf, wie sich das Haus entwickelte, geben die Zahlen von 2005: Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 320 Kurse durchgeführt, an denen 3100 Erwachsene und 1800 Kinder teilnahmen. Allein in diesem Jahr laufen bereits 27 Eltern-Kind- Gruppen, an den 250 Elternteile – überwiegend Mütter – regelmäßig teilnehmen. Darüber hinaus prägen Familiensonntage, Wallfahrten, Konzerte und Theateraufführungen das Leben auf dem Berg.

Carla Riechel verweist darauf, dass sich das Zentrum mit seinen Tagesangeboten gut in die dörflich geprägte Struktur des Eichsfeldes einpasst. Da es für Familien ohne Auto nicht mehr geht, ist auch die Mobilität keine Frage. Gern nutzen auch Gruppen und Familienkreise die Angebote und Räumlichkeiten des Hauses. Zudem lädt seit einem Jahr die Außenstelle im Kleinen Paradies in Heiligenstadt ein.



Infos
Familienzentrum Kloster Kerbscher Berg
Kefferhäuser Straße 24
37351 Dingelstädt
Telefon (03 60 75) - 69 00 72
Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 6 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 15.02.2006

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