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Bistum Erfurt

Die Bergschule wurde ihr Heimat

Annegret Fuehr engagierte sich für den Aufbau des katholischen Gymnasiums in Heiligenstadt

Lehrerin mit Leib und Seele: Studiendirektorin im Ruhestand Annegret Fuehr, die langjährige Leiterin der Bergschule St. Elisabeth. Foto: Holger Jakobi Heiligenstadt - Ihr Name ist mit der neuen Geschichte der Bergschule St. Elisabeth in Heiligenstadt – einem katholischen Gymnasium – eng verbunden. Studiendirektorin Annegret Fuehr war hier seit 1993 Schulleiterin. Jetzt ging sie in den Ruhestand.

Es begann im Jahr 1989. Annegret Fuehr war begeistert über das Engagement der Menschen im der damaligen DDR, die gewaltlos für ihre Freiheit und die Wiedervereinigung Deutschlands eintraten. Schnell war ihr klar: "Da muss ich hin!" Doch dieser spontane Entschluss lies sich dann doch nicht so schnell verwirklichen: Aber, aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Schließlich bot sich die Chance 1993 nach Heiligenstadt zu gehen. Nach der Wende hatten dort die Schwestern von der heiligen Maria Magdalena Postel, zahlreiche Lehrerinnen, Lehrer, Eltern und andere Engagierte damit begonnen, die Schule wieder aufzubauen und die Gesellschaft für christliche Schulen Heiligenstadt mbH zu gründen, die heute zusammen mit den Schwestern Träger der Schule ist. Und Annegret Fuehr half mit, den Weg zum staatlich anerkannten Gymnasium erfolgreich zu gehen.

Bevor sie nach Heiligenstadt kam, unterrichtete Annegret Fuehr im Abteigymnasium des Bistums Essen. Sie war dankbar, dass ihre 1992 getroffene Entscheidung für Heiligenstadt von den dort Verantwortlichen, den zurückbleibenden Schülern und ihren Eltern verstanden wurde. Schließlich ging es mit dem Auto und zwei Koffern los. Annegret Fuehr erinnert sich noch gut an die ersten Tage in Heiligenstadt. Zusammen mit ihrer Vermieterin eroberte sie die Stadt und die Umgebung, es ging zum Hülfensberg, zur Burg Hanstein..

Zur eigentlichen "Heimat" wurde Annegret Fuehr aber besonders die Schule. Sie sagt: "In ihr lernte ich liebenswürdige und bewundernswerte Menschen kennen. Viele waren von hier, andere kamen aus der nun alten Bundesrepublik. Und gerade die Hiesigen setzten sich mit Feuer und Flamme für die neue Schule ein; kein Parteisekretär schrieb ihnen vor, was und wie sie zu unterrichten sei. Sie stellten hohe Ansprüche an sich selbst und konnten nun mit einem pädagogischen Ethos unterrichten, der zu ihrer fachlichen Kompetenz auch christliche Überzeugungen zum Tragen kommen ließ."

Dankbar ist Annegret Fuehr auch allen, die die Arbeit der Lehrkräfte stützten und weiter stützen. So erinnert sie unter anderem an die ehemaligen Geschäftsführer Schwester Pia Elisabeth Hellrung, Dr. Joachim Dikow und an Alfons Wüstefeld, der sich neben seiner Leitungstätigkeit als Geschäftsführer der Sparkasse Duderstadt – zuerst Heiligenstadt – für die Bergschule engagierte. Heute haben Schwester Anna Maria Hovest und Wolfgang Pingel die Geschäftsführung inne.

Nach ihrer Verabschiedung am 2. Februar wird Annegret Fuehr wieder in ihre Heimatstadt Dinslaken zurückkehren. Dort leben ihre Schwester und ihr Schwager. Doch so ganz ruhig sollen die kommenden Jahre nicht werden: "Ich kann mir vorstellen, dass ich mich im Seniorenbereich oder beim Hospizdienst engagiere. Und für einige Zeit möchte ich unbedingt ins Ausland." Für die begeisterte Englischlehrerin wird es sicher nicht schwer werden, auch dort das Ihre zu tun. Die Nachfolge von Annegret Fuehr übernahm Heinz- Peter Kaes.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 5 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 01.02.2006

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