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Auf zwei Minuten

500 Mal auf 2 Minuten

Auf zwei Minuten

Pater Damian

Über zehn Jahre lang hat der Leipziger Dominikanerpater Damian Meyer die Rubrik "Auf zwei Minuten" geschrieben. Ab der nächsten Ausgabe wird es eine neue Rubrik mit P. Damian und drei weiteren Autoren geben siehe "Aus der Redaktion" auf Seite 9). In einem Interview blickt P. Damian auf die Arbeit an seiner Rubrik zurück.

Über 500 Beiträge haben Sie für die Rubrik "Auf zwei Minuten" geschrieben. Pater Damian, war das für Sie eher eine Freude oder eine Anstrengung?

    Manchmal, wenn ich mich unter Druck gefühlt habe, dass ein Text fertig werden muss, dann war es schon eine Anstrengung. Oft ist mir das Schreiben aber auch leicht gefallen und es gab Zeiten, da habe ich mehrere Texte hintereinander geschrieben. Wenn ich etwas Neues oder Schönes entdeckt habe, wenn ich etwas Besonderes erlebt, in der Natur etwas beobachtet oder in einem Buch etwas Interessantes gelesen habe, dann hat es auch Spaß gemacht, daraus einen Beitrag zu machen.

Welches Anliegen haben Sie mit Ihren Texten verfolgt?

    Ich wollte den Lesern einen positiven Denkanstoß geben. Mir ging es nicht um eine Moralpredigt oder die Diskussion von tagespolitischen Fragen. Ich wollte, dass die Leser ihren Glauben neu entdecken und Freude daran haben.

Dabei waren Ihre Texte ja oft eine Überraschung, denn der Leser wusste nicht, worüber Sie im nächsten Beitrag schreiben? Wie sind Sie auf Ihre Themen gekommen?

    Das war manchmal recht zufällig. Es heißt ja: Wem nichts mehr auffällt, dem fällt auch bald nichts mehr ein. Oft waren es Dinge, die mir im Alltag aufgefallen sind. Auf viele Ideen bin ich aber auch beim Lesen von Büchern und Geschichten gekommen. Da hat mich dann ein Gedanke gepackt, den ich weitergeben wollte.

"Worte zum Tage" gibt es ja in vielen Medien. Welchen Rat haben Sie für die Autoren solcher Beiträge?

    Die Beiträge müssen kurz sein. Das haben mir viele Leser gesagt. Sie wollen, dass eine Sache kurz und bündig auf den Punkt gebracht wird. Für den Autor ist das manchmal schwierig, weil er nicht jedes Wenn und Aber berücksichtigen kann.

In Ihren Beiträgen spielen oft Gedichte und Geschichten eine Rolle. Wie sind Sie auf diese Texte gestoßen?

    Ich habe eine große Sammlung von Texten aus verschiedenen Büchern. Manchmal waren solche Texte sogar der erste Anstoß für eine Beitrag. Ich habe dann gesucht, ob der Gedanke eines solchen Textes sich nicht auch in der Bibel findet. Übrigens war ja auch Jesus ein großer Geschichtenerzähler. Wahrscheinlich hat auch er gewusst, das Geschichten besser in Erinnerung bleiben als theoretische Abhandlungen.

Viele Geschichten, die Sie verwendet haben, entstammen der chinesischen Literatur. Was verbindet uns Christen mit dieser Gedankenwelt?

    Die so genannten Weisheitsgeschichten haben wir Christen ja nicht für uns gepachtet. Es war für mich eine interessante Entdeckung, als ich gemerkt habe, dass sie etwas universales sind. In jeder alten Kultur finden sich solche Geschichten. Und China ist ein Land der Geschichtenerzähler.

Fragen: Matthias Holluba

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 1 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Dienstag, 10.01.2006

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