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Aus der Region

Theologie als Kommunikation

Halle: Professoren des Instituts für Katholische Theologie und ihre Didaktik stellten ihre Arbeit vo

Die Professoren Regina Radlbeck-Ossmann und Harald Schwillus vom Institut für Katholische Theologie und ihre Didaktik in Halle im Gespräch mit einem Studenten. Foto: Eckhard Pohl

Halle - Was ist Theologie? Was hat sie an einer Universität zu suchen? Und was ist das Institut für Katholische Theologie und ihre Didaktik an der Martin-Luther-Universität Halle- Wittenberg? Fragen, wie sie bei einem Abend der Katholischen Studentengemeinde in Halle beantwortet wurden.

Theologie und insbesondere die Katechetik hat viel mit Kommunikation zu tun, ja sie ist Kommunikation. Darauf legt Professor Harald Schwillus großen Wert.Der Hochschullehrer hat seit vergangenem Herbst den Lehrstuhl für Religionspädagogik und Katechetik mit Schwerpunkt der Didaktik des katholischen Religionsunterrichtes inne und ist Geschäftsführender Direktor des Instituts in Halle, an dem zur Zeit gut 30 katholische Religionslehrer ausgebildet werden. "Kommunikativer Kontext" allen theologischen Mühens und der Glaubensvermittlung ist der biblische Auftrag "Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt" (1 Petr 3, 15), sagt Schwillus.

Christsein hat mit Verantwortung zu tun, auch das möchte der Theologe seinen Studenten vermitteln. Etwa im Fach Kirchengeschichte, für das Schwillus einstweilen ebenfalls zuständig ist: "Dabei geht es um einen Umgang mit der Geschichte, der nicht die Augen vor Versagen verschließt, zugleich aber auch die Hoffnung etwa auf stete Erneuerung im Blick behält" und damit den kommunikativen Kontext.

Diesen Kontext, Auskunft zu geben und über den Glauben im Gespräch zu sein, hält auch Professorin Regina Radlbeck-Ossmann für ihren Fachbereich, die Systematische Theologie / Dogmatik, für entscheidend. "Wir möchten die Studierenden dafür fi t machen, Schülern kompetent und souverän Antwort geben zu können zum Beispiel auf Fragen nach dem Zusammenhang von Glauben und Wissen", sagt die Professorin, die ebenfalls seit Herbst vergangenen Jahres am Institut in Halle lehrt. Jedem Studenten müsse deutlich werden, dass es sehr wohl vernünftig ist, an Gott zu glauben, und Kritiker "bestimmt keine schlüssigeren Argumente vorbringen können".

Der Dogmatik liege daran, "mit ihren Aussagen Menschen zu helfen, dass ihr Leben gelingt", sagt Radlbeck-Ossmann. Dogmatische Aussagen sind "wie die Leitplanken auf einer Autobahn. Sie zeigen Möglichkeiten auf, stecken aber auch Grenzen ab." Dabei gelte es, etwa mit den Humanwissenschaften im Gespräch zu sein. "Dogmatik ist interdisziplinär." Erster Schritt jeden Antwortens in Glaubensdingen müsse die Frage sein: "Was will mein Gegenüber? Wo ist der wunde Punkt?", so die Professorin. Die Dogmatik lasse sich auf diese Fragen ein. Bei ihren Antwortversuchen behalte sie stets die Aussagen der Bibel und die christlichen Traditionen im Blick.

Diplom-Theologe Alexander Bothe, der ebenfalls zu dem Abend in die Katholische Studentengemeinde gekommen war, führt die Erstsemester in das theologische Studium ein. Zudem bietet er Veranstaltungen im Fachbereich Ethik und Moraltheologie an. "Jeder ist gezwungen, sein Leben zu gestalten", sagt Bothe. Richtig zu handeln sei aber gar nicht so einfach, im persönlichen Leben genauso wie in der Gesellschaft. Dafür Kriterien aus christlicher Perspektive zu bieten, sei Anliegen theologischer Ethik und ein Dienst auch für andere Wissenschaften an der Universität. Für Religionslehrer sei es wichtig, auch Fragen etwa der Medien-, der medizinischen und der Bildungsethik, der Bio-, der Entwicklungs- und der Sozialethik im Blick zu haben.



Informationen

Weitere Infos: www.kaththeol.uni-halle.de

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 1 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Dienstag, 10.01.2006

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