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Bistum Erfurt

Das Paradies ist wieder geöffnet

Krippe für evangelisches Gotteshaus in Waltersleben übergeben

Eine Krippe für Waltersleben. Foto: Stefan Borrmann

Erfurt (bor) - Schülerinnen und Schüler der katholischen Edith-Stein-Schule in Erfurt gestalteten Krippenfiguren für die evangelische Nikolaikirche in Waltersleben.

"Das Paradies ist wieder eröffnet." Als Pfarrerin Sigrun Pabel diese Worte im Gottesdienst zum Heiligen Abend in der Walterslebener Nikolaikirche sprach, hatten Josef, Maria, das Jesuskind sowie Esel und Schafe als Krippenfiguren Einzug in die Kirche gehalten. Den Betrachtern der Krippenfiguren wird sofort die ungewöhnliche Gestaltung der Figuren auffallen. "Dadurch dass die Figuren über keine Gesichter verfügen, kann der Betrachter sich mit seiner Person selber in das Geschehen einbringen", erläutert Pfarrerin Sigrun Pabel. So kann ihrer Meinung nach die Krippe den Betrachter an das erinnern, was vor 2000 Jahren geschah.

Die Krippe selbst ist ein Geschenk von Schülern der 8. Klassen der Edith-Stein-Schule, die bei der Herstellung des Figurenensembles im Kunstunterricht bewusst auf eine Ausgestaltung der Gesichtszüge verzichteten. "Die Schüler haben sich für diesen Kunstgriff entschieden um zu verhindern, dass die Krippenfiguren kindlich wirken", weiß Kunstlehrerin Sabine Heinrich zu berichten, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Martin Müller das Projekt leitete.

Die Farbgestaltung der bis zu 80 Zentimetern hohen Figuren, die aus Pappmaché hergestellt sind und von einem Drahtgestell getragen werden, ist einfach gewählt, um das Geschehen der Weihnachtsgeschichte angemessen zum Ausdruck zu bringen. Mit der Aufstellung der Krippe in der Walterslebener Nikolaikirche gewinnt das Gotteshaus aus dem 18. Jahrhundert, das seit seiner Renovierung 2002 parallel als Bürgerhaus und Gottesdienstraum genutzt wird, einen Teil seiner religiösen Funktion zurück.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 1 des 56. Jahrgangs (im Jahr 2006).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Dienstag, 10.01.2006

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