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Bistum Görlitz

Keine leichte Geburt

Vor 25 Jahren wurde das Gemeindezentrum in Hoyerswerda eingeweiht

Der neue Pfarrer in Hoyerswerda, Peter Paul Gregor (vorn) weiht im Gemeindezentrum neue Räume ein. Foto: Andreas Schuppert

Hoyerswerda - Eine katholische Kirche mitten in der sozialistischen Neustadt. Das passte nicht in das Konzept der DDR-Oberen. Dennoch wurde vor 25 Jahren das Gemeindezentrum in Hoyerswerda eingeweiht.

Der neue Pfarrer von Hoyerswerda, Peter Paul Gregor, macht erst gar nicht den Versuch, allen zu danken, die sich an der Errichtung des Gemeindezentrums Thomas Morus im Stadtteil Kühnicht vor knapp zweieinhalb Jahrzehnten beteiligt haben. Denn er würde nicht fertig werden. Gemeinsam mit Bischof Rudolf Müller feierte die Gemeinde am 17. Dezember den 25. Weihetag.

Es war keine leichte Geburt, wie sich Pfarrer Joseph Hoffmann, unter dessen Regie das Zentrum entstand, erinnert. Nachdem Mitte der 60er Jahre ein Stallgebäude zu einem Gottesdienstraum umgebaut wurde, war erstmal Schluss. "Bis zum Bau waren es schwierige Verhandlungen", sagt der Pfarrer. Eine Kirche und ein Ort, wo sich Christen treffen, passten eben nicht in das Bild einer sozialistischen Neustadt. Schließlich wurde das Gemeindezentrum in der Merzdorfer Straße mit Westgeld bezahlt. "Wir brauchten vor allem für die jungen Familien eine Stätte der Begegnung", so Hoffmann.

Heute wohnen die Ordensschwestern in einem Teil des Gebäudes, Pfarrer Joseph Hoffmann wird hier seinen Ruhestand verbringen. Nach dem Gottesdienst konnten auch neue Räume eingeweiht werden.

In seiner Predigt stellte Bischof Müller die grundsätzliche Frage nach der Bedeutung von Kirchen. Dass Gotteshäuser heute entwidmet werden müssen, habe nicht nur finanzielle Gründe. "Es ist vor allem eine Anfrage an uns, ob sich Gott in unseren Kirchen widerspiegelt", so der Bischof. Er verrät, dass er seine ganz persönliche Beziehung zu der Kirche in Hoyerswerda oder besser zu deren Orgel hat. "Auf dieser Orgel habe ich meine eigene Diakonweihe begleitet", erzählt der Bischof. Einen besonderen Dank sprach Pfarrer Gregor dann doch aus. Anni Wojaczek und – in Abwesenheit – Veronika Jedzierski bekamen für ihr jahrelanges Engagement eine Rose geschenkt. Frau Wojaczek, die seit vielen Jahren der "gute Geist" des Gemeindezentrums ist, betont, dass sich diesen Dank alle verdient haben. "Als Christen sind wir nur gemeinsam stark."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 51 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 23.12.2005

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