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Bistum Dresden-Meißen

Überraschend gutes Echo

Studie: Zufriedene Mitwirkende an den Tagen der Begegnung im Bistum Dresden-Meißen

Der Tag des sozialen Engagements im Vorfeld des Weltjugendtags: Sinnvoller Einsatz für eine gerechtere Welt. Foto: Dekanatsjugend Leipzig

Dresden - Die Tage der Begegnung zum Weltjugendtag im Bistum Dresden–Meißen waren ein voller Erfolg. Dies ergab eine Umfrage unter den Mitwirkenden an Vorbereitung und Durchführung in den Regionen Leipzig und Dresden.

Trotz aller Probleme und Vorbehalte im Vorfeld des Weltjugendtags fiel eine Befragung des Bistums Dresden–Meißen unter Verantwortlichen zu den Tagen der Begegnung überraschend positiv aus. "Die Helfer haben sich entgegen dem allgemeinen Trend im Ehrenamt selbstlos, unter Zurückstellung der eigenen Interessen, engagiert," resümiert Elke Kösser das Ergebnis ihrer Studie. Sie hat im Rahmen eines erziehungswissenschaftlichen Studiums an der Technischen Universität Dresden die Studie zusammen mit einer Kommilitonin erstellt. Anstoß zum Entwurf des zwölfseitigen Fragebogens gab ihr die Mitarbeit im Servicebüro des Weltjugendtags (WJT) in Dresden. Zur Deutung der Ergebnisse der Umfrage hatte die Diözesanjugendseelsorge jetzt zu einem Studientag eingeladen.

Unverhofft hoher Rücklauf der Fragebögen

Kösser freut sich über den hohen Rücklauf der Formulare. Von 107 an Verantwortliche in 37 Pfarrgemeinden gesendeten Bögen, kamen 66 ausgefüllt zurück. Während in der Region Dresden besonders Jugendliche Verantwortung für Vorbereitung und Durchführung der Tage der Begegnung in die Hand nahmen, engagierten sich in Leipzig größtenteils junge Erwachsene. Viele fühlten sich in der Gemeinde gebraucht und klinkten sich zumeist im September bis November 2004 in die Vorbereitungen ein. Dabei war ihr Engagement vorwiegend von der Erwartung interkultureller Begegnungen geprägt. So engagierten sich im Durchschnitt je Gemeinde 25 Ehrenamtliche, wobei sie laut Studie im Vergleich zu den Hauptamtlichen 60 bis 80 Prozent der Arbeit übernahmen.

Vorrangiges Ziel der Helfer war, mit den Tagen der Begegnung einen Auftakt für den Weltjugendtag in Köln zu schaffen, Weltkirche mit den Gästen zu erleben und christliches Leben in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Als Grund für die große Zufriedenheit der Helfer führt die Studie an, dass sich viele Mitwirkende in Bezug auf ihr Engagement gewürdigt und bestätigt fühlten. So wurde die Arbeit Jugendlicher als wichtiger Beitrag für die Gemeinde gesehen. Zum anderen verhalfen Entscheidungsfreiheit und Eigenverantwortung zu der positiven Einschätzung.

Impulse für die zukünftige Arbeit der Jugendseelsorge

Kritik gab es indes an der Öffentlichkeitsarbeit für die Wallfahrt mit dem Weltjugendtagskreuz, die in Dresden startete. "Gastgebende Orte wussten häufig nicht, wann das Kreuz in die Stadt kommt," meint Guido Erbrich. Er ist sich sicher, dass sich mit einer besseren Werbung mehr Teilnehmer gefunden hätten. Außerdem kam die Benachrichtigung zu den tatsächlichen Gästezahlen in den jeweiligen Orten sehr spät, wonach vorherige Planungen deutlich umgestellt werden mussten.

Große Anteilnahme gab es unter den Verantwortlichen am Tag des sozialen Engagements. Sich als sozial engagierte Christen der Gesellschaft zu präsentieren und auf soziale Probleme aufmerksam zu machen, war die Intention der Helfer. Verhaltenere Reaktionen gab es in Bezug auf Bühnenprogramm und Bischofsgottesdienst. In Leipzig wurde die geringe Teilnahme der Gemeinden am Programm bemängelt.

Der Weltjugendtag war wohl auch hinsichtlich der großen Bereitschaft sich zu engagieren ein einmaliges Ereignis. Das lag nach Einschätzung der Teilnehmer des Studientages vor allem am Projektcharakter. Womöglich müssten Initiativen in der Seelsorge künftig in einem überschaubaren zeitlichen Rahmen stattfinden um das Ehrenamt stärker zu fördern. An die fruchtbare Kooperation von Gemeindearbeit und Jugendseelsorge sollen künftige Programme anknüpfen. Auch die Wiederbelebung internationaler Projektarbeit soll den Ergebnissen der Studie Rechnung tragen. "Wir sind bisher mit wenig Änderungen in den Alltag zurückgekehrt, gab der Dresdner Dekanatsjugendseelsorger Bertram Wolf zu erkennen. "Nach dem WJT ist erstmal die Luft raus."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 51 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 23.12.2005

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