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Bistum Erfurt

Die Kirchen machen mit

Das Festjahr "1000 Jahre Kloster St. Wigbert in Göllingen" wurde offiziell eröffnet

Bad Frankenhausen - Nur einige Tage war sie da, die Urkunde mit der ersten Erwähnung des ehemaligen Benediktinerklosters St. Wigbert. Das Dokument stammt vom 25. Dezember 1005 und trägt die Unterschrift des heiligen Gunther von Thüringen.

Die Wurzeln Thüringens sind nach den Worten von Ministerpräsident Dieter Althaus tief im Christlichen verankert. Und es sind Wurzeln, die helfen, die Zukunft des Landes zu gestalten. Althaus, der zudem auf die Vielfalt und den kulturellen Reichtum Thüringens hinwies, sprach bei der Eröffnung der Ausstellung in der Kyffhäusersparkasse in Bad Frankenhausen. In ihr wurde vom 12. bis 17. Dezember die Gründungsukunde des Klosters St. Wigbert in Göllingen der Öffentlichkeit vorgestellt. Beeindruckt zeigte sich Günther F. Chmielus, der Vorsitzende des Fördervereins "Gesellschaft der Freunde der Klosterruine St. Wigbert in Göllingen".

Zum einen verwies Günther F. Chmielus darauf, dass es für ihn nun greifbar sei, was vor bald 1000 Jahren ganz in der Nähe, in der Kaiserpfalz Wallhausen geschah: Gunther von Käfernburg, der Hersfelder Abt und zahlreiche weitere Gäste waren zusammengekommen, um in Erwartung von Kaiser Heinrich II. gemeinsam Weihnachten zu feiern. Politisch gesehen ging es dabei allerdings um die Stärkung Heinrichs, wie Dr. Mathias Kälble von der Friedrich- Schiller-Universität Jena in seinem Festvortrag betonte. Auf diesem Hintergrund ist auch die Urkunde zu sehen, in der Gunther das Kloster St. Wigbert wirtschaftlich absichert. Unterstützte doch Heinrich II. die Reichsabtei Hersfeld, zu der Göllingen vermutlich, so Mathias Kälble, schon zur Zeit Karls des Großen gehörte. Damit wandte sich Heinrich, der zuvor Herzog in Bayern war, von der Politik seiner Vorgänger ab, die in Memleben eine neue, ottonische Reichsabtei begründen wollten.

Günther F. Chmielus erinnerte weiter daran, dass es heute eine neue Chance für das alte Kloster St. Wigbert gibt. Eine Chance, die er und seine Mitstreiter bereits in Wendezeiten mit begründeten. So ist dem Engagement des Förderkreises entschieden zu danken, dass die Klosterruine Göllingen heute wieder im Blickfeld der Menschen steht. Zudem, so Ministerpräsident Dieter Althaus dankbar, setzt sich der Verein seit Jahren für internationale Jugendbegegnungen in Göllingen ein. Zirka 7000 Jugendliche haben im Laufe der Zeit den Ort besucht.

Die Klosterruine St. Wigbert gehört seit 1995 zur Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, die die Anlage sicherte und die Sanierung betrieb. Das am 12. Dezember in Bad Frankenhausen begonnene Festjahr steht ganz im Zeichen der 1000-Jahr-Feier und damit im Zeichen des heiligen Gunther von Thüringen. Aktiv am Programm beteiligt sind die christlichen Gemeinden in der Region, die übrigens ihr Guntherjahr bereits im Oktober mit Weihbischof em. Hans-Reinhard Koch eröffneten. "Es steht der Kirche gut an, in diesem Punkt vorangegangen zu sein", betonte Pfarrer Günther Albrecht aus Sondershausen. Zum kirchlichen Programm gehören unter anderem ein benediktinischer Tag im März, verschiedene Kloster-Vespern und eine ökumenische Gedenkfeier.



Informationen

Info:
Gesellschaft der Freunde der Klosterruine St. Wigbert Göllingen,
c/o Günther F. Chmielus
Rudolf-Breitscheid-Straße 2
06567 Bad Frankenhausen
Telefon: (3 46 71) - 5 59 31

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 50 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 16.12.2005

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