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Bistum Dresden-Meißen

Kompetenz und Atmosphäre

Zertifiziertes Brustzentrum am St. Elisabeth-Krankenhaus – Qualität im christlichen Krankenhau

Die Leipzigerin Dagmar Börstler ist dankbar für die liebevolle Betreuung, die sie im Brustzentrum des St.-Elisabeth-Krankenhauses erfahren hat. Von rechts: Dr. Dagmar Langanke, Schwester Andrea Töpfer. Foto: Dorothee Wanzek

Leipzig - Als erstes Leipziger Krankenhaus hat das katholische St.-Elisabeth-Krankenhaus kürzlich ein Zertifikat für sein Brustzentrum erhalten. Patientinnen mit Brusterkrankungen werden hier nach höchsten Qualitätsmaßstäben der Deutschen Krebsgesellschaft und des TÜV behandelt.

Eine enge Zusammenarbeit mit vielen ambulanten Spezialisten und das Angebot an die Patientinnen, über die Zeit des Krankenhausaufenthalts hinaus begleitet zu werden, sind nur zwei der Neuerungen, die der Aufbau des Brustzentrums am St.-Elisabeth- Krankenhaus mit sich gebracht hat. Während Frauen mit Brustkrebs noch vor einigen Jahren von Chirurgen operiert wurden, steht ihnen heute ein Team von Gynäkologinnen, Krankenschwestern und einer psychologisch geschulten Tumorärztin zur Verfügung, die sich eigens auf Erkrankungen der Brust spezialisiert haben.

Krankenhäuser in Deutschland sind auf dem Weg zu patienten-, qualitäts- und mitarbeiterorientierten Dienstleistungsunternehmen. Katholische Krankenhäuser wetteifern da mit und sind – wie im Fall des zertifizierten Brustzentrums am St.-Elisabeth-Krankenhaus – sogar Vorreiter. Welche Rolle spielt in diesem Prozess der Wandlung und des Wettbewerbs das christliche Profil?

Für die Mitarbeiterinnen des Brustzentrums gehört die christliche Prägung neben der fachlichen und der menschlichen Kompetenz zu den drei Säulen ihrer Arbeit, erläutert Dr. Dagmar Langanke, die das Zentrum in den vergangenen zwei Jahren aufgebaut hat. Die Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität sei für die Patientinnen ein wichtiger Grund, das katholische Krankenhaus aufzusuchen. Ebenso wichtig sei ihnen aber die Atmosphäre. Wenngleich es bei der Zertifizierung auch um den Umgang mit den Patientinnen gehe, letztlich lasse sich das Klima einer Krankenhausstation durch kein Prüfverfahren garantieren. "Mit dem Stationsteam hier habe ich wirklich Glück. Jede Mitarbeiterin fühlt sich für die warmherzige Atmosphäre mit verantwortlich", freut sich Dagmar Langanke.

"Anderer Blick auf das, was wirklich zählt im Leben"

Voraussetzung für die Zertifizierung war unter anderem auch, dass es eine Selbsthilfegruppe für Tumorpatientinnen gibt. In der Gruppe MammAmore, die vor zwei Jahren gegründet wurde, wird das "Mehr" eines christlichen Krankenhauses besonders deutlich, glaubt die Chefärztin. Andrea Slawidis, die Leiterin der Krankenhausbibliothek, ist Ansprechpartnerin für die Frauen, die bei MammAmore mitmachen möchten. Gerade junge Frauen, die noch mitten im Familien- und Berufsleben stünden, täten sich oft sehr schwer, wenn sie die Diagnose Brustkrebs erhalten, weiß sie als selbst Betroffene. Plötzlich würden sie darauf gestoßen, dass ihr Leben endlich sei. Neben den Gesprächsangeboten durch eine Psychologin und den Krankenhausseelsorger sei MammAmore eine wichtige Hilfe für diese Frauen. In der Gruppe bekommen sie viele praktische Tipps, lernen beispielsweise unterschiedliche Entspannungstechniken kennen. Das Wichtigste sei jedoch das Gefühl, nicht allein zu stehen, und die Hilfe bei der Suche nach neuer Lebensqualität. "Das, was ich an Gesundheit verloren habe, habe ich an Liebe gewonnen", formulierte eine 33-jährige Tumorpatientin. "Die Sicherheit ist weg und die Angst trat in mein Leben", sagte eine 40-Jährige, "aber ich habe auch gewonnen: eine tiefere Dankbarkeit und Freude und einen anderen Blick auf das, was wirklich zählt im Leben."

Die Patientinnen sollen sich in St. Elisabeth angenommen fühlen. Ganz bewusst habe man deshalb auch eine Frau für die Leitung des Brustzentrums eingestellt, erläutert Geschäftsführer Dieter Blaßkiewitz. Die Patientinnen schätzten dies insbesondere, wenn bei einer Tumoroperation die Brust nicht erhalten werden kann, sagt Dr. Langangke. Ihr gegenüber sagten die Frauen sehr offen, ob sie eine plastische Rekonstruktion wünschen oder nicht. Aus anderen Krankenhäusern weiß sie, dass Patientinnen sich in der Entscheidung oft nicht frei fühlten und sich auf eine Reihe von Folgeoperationen einließen, hinter denen vor allem ärztlicher Ehrgeiz und Perfektionismus stecke.

Mut zum Leben, Beistand im Sterben

Die christliche Prägung des Krankenhauses, das nächstes Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert, werde an vielen Stellen deutlich, betont Dieter Blaßkiewitz. Wichtig sei es seinen Mitarbeitern etwa, in der Geburtshilfe Mut zum Leben mit behinderten Kindern zu machen. In allen Abteilungen bemühe man sich darum, dass Schwerkranke und Sterbende besonderen Beistand erfahren.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 50 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 16.12.2005

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