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Aus der Region

Buga 2007

Christen in Gera bereiten sich vor

Ungefähr so soll das Kirchenzelt auf der Bundesgartenschau 2007 in Gera aussehen: Catrin Ripka, Oberpfarrer i. R. Roland Geipel und Dekan Klaus Schreiter mit einem Modell. Foto: Dorothee Wanzek

Gera - Noch 16 Monate dauert es bis zum Start der Bundesgartenschau in Gera und Ronneburg. Christen der thüringischen Städte bereiten sich schon seit mehr als vier Jahren intensiv darauf vor, dieses Ereignis mitzugestalten.

Die große wirtschaftliche Blüte ist bisher ausgeblieben in der Region, die vielen als Synonym für den jahrzehntelangen folgenschweren Uranabbau gilt. Die Buga (Bundesgartenschau) 2007 könnte ein Hoffnungszeichen für Ostthüringen sein, hofft der Geraer Dekan Klaus Schreiter. "Wenn es um Hoffnung geht und um das Thema Schöpfung, haben wir Christen unsere Kompetenz einzubringen", ist der katholische Priester überzeugt. Aus dieser Motivation heraus wirkt er seit 2001 in einer ökumenischen Arbeitsgruppe mit, die den kirchlichen Auftritt bei der Buga vorbereitet.

Von Anfang an dabei ist auch Catrin Ripka aus der Geraer St.- Elisabeth-Gemeinde, die vor zwei Monaten die Geschäftsführung des Kirchenprojekts Buga 2007 übernommen hat. "Es reicht uns nicht, ein paar kirchliche Veranstaltungen zu managen. Wir wollen Werte und Visionen einbringen", betont sie. "Was bedeutet Schöpfungsfreude? Wie gehen wir mit der Schöpfung um?" könnten Fragen sein, die angeregt und vertieft werden. Das Kirchenzelt, das während der Buga auf dem Geraer Teil des Ausstellungsgeländes in der Nähe eines großen Spielplatzes stehen wird, soll ein Platz werden, an dem Christen und Nichtchristen einander begegnen können, der aber zugleich auch zur Begegnung mit Gott einlädt, schwebt Catrin Ripka vor. Unter den kirchlichen Auftritten bei Gartenschauen, die sie in den letzten Jahren besucht hat, gefiel ihr besonders der Weidendom bei der Internationalen Gartenausstellung in Rostock: "Dort ist es gelungen, einen wirklichen Ort der Begegnung zu schaffen, ganz ohne Hemmschwelle".

Gelegenheit zum Mitreden und Mitplanen

Für ein Zelt entschied sich die ökumenische Arbeitsgruppe in Gera in Erinnerung an das Zelt, das die alttestamentliche Bundeslade abgedeckt hat, ein Sinnbild für das wandernde Gottesvolk. Zugleich soll mit dem textilen Bauwerk auch Bezug auf die Geraer Geschichte genommen werden. Das Wachstum der Stadt gründete sich seit dem 15. Jahrhundert vor allem auf die Textilindustrie, mit der es nach der Wende allerdings nicht weiterging.

Im vergangenen Jahr hatten Architekturstudenten der Fachschule Reichenbach in einem Wettbewerb Entwürfe für das Geraer Kirchenzelt geliefert, die dann im Gemeindezentrum der St.-Elisabeth- Gemeinde öffentlich diskutiert und ausgewertet wurden. Unter der Bevölkerung kam diese kirchliche Initiative sehr gut an, da es zuvor kaum Gelegenheiten gab, im Blick auf die Buga mitzureden und zu planen.

Thüringer Elisabethjahr auf der Buga

Im Nachhinein stellte sich dann aber heraus, dass die Umsetzung des Sieger-Entwurfs unbezahlbar gewesen wäre, bedauert Catrin Ripka. Der schlichtere Entwurf, der nun umgesetzt werde, greife aber den Vorschlag der Studenten auf, dem Zelt eine horizontale und eine vertikale Ebene zu geben, Ausdruck der zwischenmenschlichen Beziehungen und der Ausrichtung auf Gott hin. Die aufrollbaren Seitenwände sollen mit bildlichen Darstellungen aus der Bibel und dem Leben der heiligen Elisabeth von Thüringen gestaltet werden. Die Motive dafür sollen im nächsten Jahr bei einem Künstler-Wettbewerb ermittelt werden. Elisabeth von Thüringen soll auch bei der inhaltlichen Gestaltung des Kirchenprojekts eine große Rolle spielen, da zeitgleich zur Buga in Thüringen das 800. Geburtstag der Landespatronin gefeiert wird.

Aus Sicht von Catrin Ripka und Klaus Schreiter hat es sich bewährt, bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt mit den Vorbereitungen des kirchlichen Buga- Auftritts zu beginnen. Sie taten das auf den Rat anderer kirchlicher Buga-Projektgruppen. Wer nicht von Anfang an bei den Buga- Planungen dabei war, hatte später große Schwierigkeiten, der Kirche bei den Buga-Organisatoren mehr als ein Schattendasein abzuringen und sie davon zu überzeugen, dass der kirchliche Beitrag eine Bereicherung für die Buga-Besucher sein kann.

In Gera ist es gelungen, das Wohlwollen der Buga-Veranwortlichen zu gewinnen. "Die Zusammenarbeit klappt gut", bestätigt auch Oberpfarrer i. R. Roland Geipel, der für die evangelisch-lutherische Kirche die Fäden in der Hand hält.

"Wir hoffen nun darauf, dass auch über die Grenzen unserer Region hinaus Christen die Buga als Chance begreifen", sagt Dekan Schreiter. Die Beteiligung an einem solchen Großereignis könne nicht allein Sache eines Dekanats sein. Dass Gera politisch zur Landeshauptstadt Erfurt, kirchlich aber zur Bistumsstadt Dresden gehöre, erschwere organisatorisch manches, räumt der Dekan ein. Er hofft darauf, dass sich dennoch eine Reihe von Christen zwischen Eisenach und Zittau zum Mitmachen gewinnen lassen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 49 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 08.12.2005

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