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Neue Farbe für die Jugendarbeit im Bistum Görlitz

Aktiv in der Kirche: Judith Kittan

Neu im BDKJ-Vorstand: Judith Kittan Weißwasser/Cottbus (kh) - Was die Jugendarbeit betrifft, hat sie bisher eher im Postkartenformat gemalt. Nun zeichnet sie mit an einem größeren Plakat: Judith Kittan ist Hobbymalerin. Fünf Jahre war sie Sprecherin der katholischen Pfarrjugend in Weißwasser. Jetzt, im Juni, wurde sie in den Vorstand des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Görlitz gewählt (der Tag des Herrn berichtete). Die 21-Jährige freut sich darauf, Einblick in die Jugendarbeit der ganzen Diözese zu bekommen und Entscheidungen, die viele Jungen und Mädchen betreffen, einen persönlichen Anstrich geben zu können: "Das reizt schon."
Verantwortung zu tragen, machte Judith bereits in der Pfarrjugend Spaß: "Ich merkte, dass sich die anderen auf mich verließen und dass ich Veranstaltungen, die ich geplant hatte, auch durchziehen musste." Insofern sei ihr ehrenamtlicher Einsatz eine gute Vorbereitung auf ihr Sozialpädagogikstudium an der Cottbuser Fachhochschule gewesen, meint Judith: "Ich bringe mehr Selbstvertrauen mit und wage mich auch an größere Projekte heran, weil ich weiß, wie die Organisation funktioniert und wo Schwierigkeiten auftreten können."
Grautöne kennt Judith auch von der Jugendarbeit in der Pfarrgemeinde her. Der Versuch, andere Jugendliche zu motivieren, glich gelegentlich dem Rühren in eingetrockneter Farbe: "Es war manchmal deprimierend, wenn ich Leute mitreißen wollte, von ihnen aber einfach nichts kam." Zum Beispiel traf sich die Gruppe einmal, um Osterkerzen zu verzieren. Doch niemand brachte Kerzen mit ins Pfarrheim, obwohl vorher genau festgelegt worden war, wer sie besorgen sollte.

Im Laufe der Jahre habe sie versucht, gelassener mit solchen Situationen umzugehen, sagt Judith. Ein Grund, mit ihrer Arbeit aufzuhören, waren sie für die Sprecherin jedoch nicht. Sie machte immer wieder weiter - nicht zuletzt auch wegen der Jugendlichen, die die weißen Flecken auf dem Gemälde "Pfarrjugend" verursacht hatten, denn: "Die haben zwar nichts mitgebracht oder mal bei etwas nicht mitgemacht, aber sie sind trotzdem gekommen. Das muss ja einen Grund haben."

Judith selbst gefiel das Plätzchenbacken im Advent besonders gut, "auch wenn es meist in Mehlschlachten endete." Ebenfalls in positiver Erinnerung hat sie das Rasenmähen, das Säubern der Kirche und das Aufstellen der Stände für die Familientage in Bloischdorf.

Die Jugendlichen nehmen die Vorbereitungen jedes Jahr zum Anlass, eine Nacht im Zelt zu verbringen. Beim Familientag selbst sind sie für das Grillen zuständig, verkaufen Eis und Getränke und zeigen ein Laienspiel.

Bei einem dieser Stücke führte Judith Regie. Das gefiel ihr so gut, dass sie auch beim Musical "Athanasius" die Regie übernahm. Ein knochenharter Job: Judith musste bei jeder Probe dabei sein, war an den Tagen vor der Premiere von früh morgens bis spät in die Nacht auf den Beinen und gab Anweisungen, bis sie heiser war. Dennoch habe diese Funktion gut zu ihr gepasst, da sie ohnehin ziemlich kritisch sei, meint Judith. Mit wachen Augen will sie auch ihre Aufgaben beim BDKJ angehen und ein paar neue Farben in die Jugendarbeit einbringen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 30 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 27.07.2001

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