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Mit den Reliquien der Apostel

Die Pontifi kalien und das Wappen von Weihbischof Reinhard Hauke

Gemeinsame Freude über gelungene Arbeiten: Weihbischof Reinhard Hauke und Silberschmied Thomas Sturm bei der Präsentation der Arbeiten. Foto: Holger Jakobi

Erfurt ( jak) - Stab, Ring, Kette, Kreuz und Wappen gehören zu einem Weihbischof. Einen Tag vor seiner Weihe stellten Weihbischof Reinhard Hauke und Silberschmied Thomas Wurm die Arbeiten vor.

"Die Sachen dampfen alle noch", meint Silberschmied Thomas Wurm. Fast in letzter Sekunde wurden er und sein Kollege mit den Pontifi kalien für den neuen Weihbischof des Bistums Erfurt fertig. Zwar sind für den Erfurter Arbeiten im Raum der Kirchen nicht unbekannt, für einen Bischof hatte er aber noch nie gearbeitet. Reinhard Hauke hatte dennoch Vertrauen in die Fertigkeiten des Silberschmieds, der seine Werkstatt in der Farbengasse hat. Zuerst suchte der Weihbischof im Erfurter Domschatz nach geeigneten Vorbildern. So entschied er sich beim Bischofsring – das Zeichen der Bindung an die Kirche – für eine eckige Form, wie sie beispielsweise in der Romanik gefertigt wurde. Der Bischofsstab, das Symbol des Hirten- und Leitungsamtes, sollte aus Thüringer Holz und die Krümmung gläsern sein. Diese und andere Wünsche setzte Thomas Sturm um. Allerdings wählte er bei der Krümmung einen neuen Werkstoff als Ersatz für das Bergkristall, das zu teuer gewesen wäre.

Thomas Sturm verweist darauf, dass alle Metallteile aus Silber sind und nach mittelalterlichen Techniken zum Teil feuervergoldet wurden. Beim Stein – beispielsweise an Ring und Brustkreuz zu finden – entschied sich Hauke für den Lapislazuli: "Zum einen ist Blau meine Lieblingsfarbe und zum anderen ist der Lapislazuli mit seinen Einschlüssen ein sehr lebendiger Stein. Und an Reliquien findet sich im Stab eine Thomasreliquie und im Ring eine Philippusreliquie. Beide sind in ihrer mittelalterlichen "Verpackung" verblieben.

Neben den Pontifikalien gehört zum Bischofsamt auch das Wappen. Im Wappenschild Haukes dominiert die Verzierung der großen Domglocke Gloriosa: Eine Darstellung Mariens mit dem Kind. Maria ist die Patronin des Erfurter Domes. Rechts und links über der Marienfigur befinden sich die Stadtwappen von Erfurt und Weimar, wo Hauke 1953 zur Welt kam. Kreuz und Prälatenhut über dem Schild lassen das Wappen als das eines Kirchenmannes erkennen. Dass es sich dabei um einen Bischof handelt, zeigen die grüne Farbe des Hutes sowie die sechs Quasten, die beidseitig am Hut hängen. Unter dem Schild fi ndet sich in lateinischer Sprache der Wahlspruch von Weihbischof Hauke aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher: Der Gott des Friedens heilige euch (5,23).

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 48 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 02.12.2005

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