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Bistum Görlitz

Die Verantwortung teilen

Jahrestagung der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden: Neues Konzept des Seelsorgeamtes vorgestellt

Jeder sollte mitmachen: Pfarrer Dr. Alfred Hoffmann erläuterte den Pfarrgemeinderäten das neue Konzept des Bistums. Foto: Andreas Schuppert

Cottbus - Die Katholiken werden weniger, die Strukturen verändern sich. Darauf hat der Görlitzer Pfarrer und Seelsorgeamtsleiter, Dr. Alfred Hoffmann, hingewiesen, der den Pfarrgemeinderäten des Bistums das neue Konzept des Seelsorgeamtes vorstellte.

Der Domkapitular spricht engagiert und mit Nachdruck. Er weiß, dass die Multiplikatoren vor ihm sitzen, die seine Anliegen in die Gemeinden tragen werden. Rund 30 Pfarrgemeinderäte sind am 25. und 26. November im St.-Johannes- Haus in Cottbus zu ihrer Jahrestagung zusammengekommen. Die Themen waren ebenso brisant wie dringend: Wie sollen die schrumpfenden Gemeinden künftig aussehen und wie kann dabei auch wirksame überpfarrliche Arbeit geleistet werden?

Jammern nützt nichts, so Pfarrer Hoffmann. Das Bistum stehe zwar vor neuen Herausforderungen, die aber viele Chancen bieten würden. Seit dem Wegfall der halben Referentenstelle im Seelsorgeamt sei die Arbeit nicht weniger geworden. "Bei den sinkenden Katholikenzahlen können wir es uns aber auf Dauer nicht leisten, die alten Strukturen zu erhalten", so Hoffmann.

Der Domkapitular hat deshalb ein Konzept entwickelt, das die überpfarrliche Seelsorge nicht nur aufrecht erhält, sondern dem Bistum völlig neue Möglichkeiten bietet. Danach soll die Verantwortung für Kurse und Veranstaltungen nicht mehr allein beim Seelsorgeamt liegen, "sondern auf viele, starke Schultern verteilt werden", wie sich Hoffmann ausdrückt. Das Ganze stehe noch in der Probephase. "Es ist ein Experiment, von dem wir hoffen, dass es gelingt", so Hoffmann. Wichtig sei es vor allem, dass die Gemeinden "für das Ganze mitdenken", über den eigenen Tellerrand hinausblicken und überlegen, wo sie etwas für das Bistum tun können. In Krisenzeiten sei dies nicht einfach, "in unserer Situation aber notwendig".

Personelle Auswirkungen der Strukturveränderungen gibt es schon: Seit September ist die Leitung der Jugendseelsorge nicht mehr mit einem Priester oder Diakon besetzt, sondern mit der Gemeindereferentin Ingrid Schmidt, die die erste Diözesanjugendseelsorgerin in Deutschland ist. Auch andere Bistümer, so Hoffmann, hätten schon auf der Ebene der Seelsorgeämter reagiert und deren Leitung in die Hände von Laien gelegt. Auch wenn diese Besetzungen aus der Not heraus entstanden seien, sollte man die Verantwortlichkeiten der Laien "nicht mit einem Minuszeichen versehen".

Hoffmanns Konzept scheint aufzugehen. Das jedenfalls zeigt der neue Plan des Seelsorgeamtes für das Jahr 2006, den der Pfarrer den Pfarrgemeinderäten ebenfalls vorstellte. "Außer den Küstertagen können alle Veranstaltungen wie bisher stattfinden", freut sich Hoffmann. Für neue Ideen ist er immer zu haben und ermutigt die Gemeinden, die Kompetenzen ihrer Mitglieder einzubringen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 48 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 02.12.2005

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