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Bistum Erfurt

Bistum Erfurt feiert

Bischofsweihe und Bischofsjubiläum

In die Nachfolge der Apostel gerufen: Bischof Joachim Wanke erteilt seinem neuen Weihbischof, Reinhard Hauke, die Bischofsweihe. Foto: Barbara Neumann / © Bistum Erfurt

Erfurt - Am Morgen des 26. September strömten Alt und Jung zum Erfurter Domberg. Gemeinsam wollten sie ihren neuen Weihbischof Reinhard Hauke begrüßen und Bischof Joachim Wanke danken für 25 Jahre im bischöflichen Dienst.

"Wir kommen heute sicher nicht in den Dom", "So?", "Habe ich jedenfalls in der Zeitung gelesen, der Gottesdienst wird jedoch in St. Severi auf einer Leinwand zu verfolgen sein." Gespräche dieser Art prägten Erfurter Straßenbahnen und die vielen Wege zum Domberg. Dennoch gelang es vielen, sich neben den zahlreichen geladenen Gästen aus Kirche, Ökumene und dem öffentlichen Leben zumindest einen Stehplatz im Erfurter Dom zu sichern. Schließlich war es gegen 9.30 Uhr soweit. Die Feier des silbernen Bischofsjubiläums von Dr. Joachim Wanke und der Bischofsweihe von Dompfarrer Dr. Reinhard Hauke konnte beginnen.

Zu den zahlreichen Gästen gehörte der Kölner Erzbischof, Joachim Kardinal Meisner, der einst selbst in Erfurt Weihbischof war. In seiner Predigt betonte der Kardinal, dass Reinhard Hauke mit der Handauflegung bei der Bischofsweihe in die direkte Nachfolge der Apostel tritt. Er wünschte dem neuen Erfurter Weihbischof vor allem Mut. Wörtlich betonte Meisner: "Wen Gott belastet, den trägt er auch. Du hast die Aufgabe, in einem nicht allzu großen Bistum mit einem dir seit langem vertrauten Bischof das Wort Gottes zu verkünden, die heiligen Geheimnisse zu feiern und die Caritas Christi zu üben. Sei darin mit Bischof Joachim ein Herz und eine Seele!"

An Bischof Joachim Wanke gewandt fragte Kardinal Meisner dankbar: "Was ist gerade in den vergangenen 25 Jahren hier einem Bischof an apostolischer Kraft … abverlangt worden?" Er erinnerte zudem an Bischof Hugo Aufderbeck, Wankes Vorgänger: "Seine brennende Sorge und Mühe, den Menschen hier vor Ort das Evangelium nahe zu bringen, prägten und prägen wesentlich auch den bischöflichen Dienst von Bischof Joachim Wanke." Meisner gab der Hoffnung Ausdruck, dass es Gottes Beistand ist, der – wie schon in der Vergangenheit – der Kirche bei der Bewältigung aller Herausforderungen in Gegenwart und Zukunft zur Seite steht.

Im Anschluss an Joachim Meisners Predigt begann die eigentliche Zeremonie der Bischofsweihe, bei der neben Bischof Joachim Wanke alle anwesenden Bischöfe dem Weihekandidaten die Hände auflegten. Im Vorfeld hatte sich Hauke unter anderem dazu bereit erklärt, am Aufbau der Kirche mitzuwirken und den Glauben weiterzugeben. Reinhard Hauke hatte sich zuvor den Wahlspruch "Der Gott des Friedens heilige euch" (1 Thess 5,23) gegeben.

Reinhard Hauke ist neben Hans- Reinhard Koch – der im Vorjahr nach Vollendung seines 75. Lebensjahres in den Ruhestand ging – der zweite Weihbischof des 1994 neu gegründeten Bistums Erfurt. Geboren wurde Reinhard Hauke am 6. November in Weimar. Nach dem Abitur und einem kirchlichen Sprachkurs studierte er Theologie und wurde am 30. Juni 1979 durch Bischof Hugo Aufderbeck zum Priester geweiht. Es folgten Kaplansstellen in Jena und Heiligenstadt, bis Hauke 1987 als Präfekt im Priesterseminar und Domvikar nach Erfurt kam, um hier zugleich ein Promotionsstudium in Liturgiewissenschaft zu beginnen, das er 1992 an der Universität Passau abschloss.

Im gleichen Jahr wurde Reinhard Hauke Dompfarrer an St. Marien in Erfurt. Zusätzlich war er als Lehrer für katholische Religion an der Edith-Stein-Schule und als Dozent für Liturgiewissenschaft am Priesterseminar tätig. Daneben führte er seine 1987 begonnenen Arbeiten als Gehörlosenseelsorger und Rundfunkbeauftragter des Bistums Erfurt beim MDR bis 2004 fort. Seit 1994 ist Dr. Hauke Domkapitular des Kathedralkapitels St. Marien zu Erfurt und seit September 2005 neben seiner Tätigkeit als Dompfarrer auch für die Pfarrei St. Severi auf dem Domberg verantwortlich.

Über das Bistum Erfurt hinaus wurde Weihbischof Reinhard Hauke durch seine pastoralen Projekte bekannt, die sich auch an Nichtchristen wenden, sie dort abholen, wo sie sind. So das Totengedenken im Dom, die Feier der Lebenswende für Jugendliche ohne Konfession sowie der alljährliche ökumenische Segnungsgottesdienst für Paare und Verliebte am Valentinstag.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 48 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 02.12.2005

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