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Bistum Magdeburg

Weit geöffnetes Fenster

Zehn Jahre Roncalli-Haus in Magdeburg

Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte St. Sebastian brachten den Mitarbeitern und der Festversammlung zum zehnjährigen Bestehen ein Ständchen. Die Kindertagesstätte hat im zum Gesamtkomplex des Roncalli-Hauses gehörenden Miets- und Geschäftshaus ihr Domizil. Foto: Eckhard Pohl

Magdeburg - Mitarbeiter und Förderer des Roncalli-Hauses haben mit zahlreichen Gästen aus Gesellschaft und Kirche das zehnjährige Bestehen der Bildungs- und Begegnungsstätte in Magdeburg begangen. Bischof Feige zeigte in seiner Ansprache Orientierungspunkte für die weitere Arbeit auf.

In seiner Festrede ermutigte Bischof Gerhard Feige die Verantwortlichen von katholischen Einrichtungen wie dem Roncalli- Haus, hinsichtlich des eigenen Profils "den falschen Alternativen von Ghetto und Anpassung zu entkommen". "Haben wir den Mut, eigene Standpunkte offensiv zu vertreten" und uns "aktiv am geistigen Wettbewerb in der Gesellschaft zu beteiligen", so der Bischof in seiner von grundsätzlichen Überlegungen zur christlicher Weltverantwortung geprägten Ansprache. Dabei gelte es, auch unpopuläre Themen zur Diskussion zu stellen und sich nicht nur von anderen nach den eigenen Konzepten befragen zu lassen, sondern auch deren Vorstellungen und Ansichten zu hinterfragen. Zudem müsse Gebet und Anbetung, Stille und Meditation einen zentralen Platz haben. Feige: "Geben wir der Leidenschaft für Gott den Vorrang. " Und: "Bezeugen wir als Einzelne, aber auch als Einrichtung mit ihren Angeboten und Maßstäben christlichen Geist."

Vor Gerhard Feige hatte Gründungsbischof Leo Nowak an die Geschichte des alten Roncalli-Hauses in der Magdeburger Oststraße und an den Weg bis zur Entscheidung für den Neubau gegenüber von St. Sebastian erinnert. Das Erzbistum Paderborn habe dem neu gegründeten Bistum Magdeburg das Roncalli-Haus "als Morgengabe" geschenkt, so Nowak. Dafür gelte es auch heute "ein dickes Dankeschön zu sagen". Der emeritierte Bischof erinnerte auch daran, dass die Prägung einer Einrichtung wie dem Roncalli-Haus entscheidend vom guten Geist unter den Mitarbeitern abhängt. "Das Roncalli-Haus ist im Sinne des Roncalli-Papstes Johannes XXIII. eine Art Fenster der Kirche, das weit geöffnet ist", so Nowak. (Der Konzilspapst hatte die Kirche ermutigt, die Fenster der Kirche für viel frische Luft zu öffnen.) In der Bildungsstätte kämen zahlreiche auch nicht getaufte Menschen in den "Kontakt mit einer Kirche, die eine Boschaft hat, die allen Segen verheißt".

Die Wertschätzung der Arbeit der katholischen Heimvolkshochschule im Land Sachsen-Anhalt brachte Ministerialrat Stephen-Gerhard Stehli vom Kultusministerium zum Ausdruck. "Das Roncalli-Haus bereichert und prägt die gesamte Landschaft der Erwachsenenbildung in Sachsen-Anhalt", so Stehli. Gerade in den jungen Bundesländern und unabhängig vom Popularitätsgrad seien Angebote religiöser Bildung besonders bedeutsam. Zudem sei es angesichts der zu bewältigenden gesellschaftlichen Aufgaben wichtig, aus christlichem Geist heraus Mut zu machen.

Roncalli-Haus-Leiterin Rosel Förster betonte, Anliegen der Angebote des Hauses sei, Menschen die Möglichkeit zu geben, sich mit Themen der Zeit auseinander zu setzen. Dabei gelte es, sensibel für die Zeichen der Zeit zu sein und Menschen dafür sensibel zu machen. Zugleich wolle das Roncalli-Haus dazu ermutigen, "sich auf die Mitte des christlichen Glaubens zu besinnen" und in Gemeinschaft und mit Ehrlichkeit nach Antworten auf die Fragen des Lebens zu suchen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 43 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 28.10.2005

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