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Bistum Görlitz

Dialog mit Gott heißt Bewegung

Wortgottesdienste gewinnen in den Gemeinden an Bedeutung / Diakonatshelfertag in Cottbus

Aufmerksame Zuhörer: Beim Diakonatshelfertag ging es um das neue Werkbuch für die Feier der Wortgottesdienste. Foto: Andreas Schuppert

Cottbus - Sie sind meistens einsatzbereit und nicht selten die rechte Hand des Pfarrers. Ohne die ehrenamtlichen Diakonatshelfern würde in den Gemeinden vieles fehlen. Regelmäßig treffen sie sich zu Weiterbildungen.

Andachten, Lektorendienste, Kommunionausteilung: Die Aufgaben der Diakonatshelfer in einer Gemeinde sind vielseitig. Und wenn sie nicht wären, gäbe es in manch einer kleinen Gemeinde am Sonntag noch nicht einmal einen Wortgottesdienst. Mindestens einmal im Jahr treffen sie sich zu Weiterbildungen. Am vergangenen Wochenende kamen 25 Diakonatshelfer aus dem Bistum, darunter drei Frauen, im Cottbuser St.-Johannes-Haus zusammen.

Vor allem um die Neugestaltung der Wortgottesdienste ging es in dieser Veranstaltung, die auch dem gegenseitigen Austausch dienen und Raum für persönliche Begegnung schaffen soll. Ein neues Werkbuch für die Wortgottesdienste bereitet dem einen oder anderen ehrenamtlichen Helfer noch Kopfzerbrechen. "Es enthält Veränderungen gegenüber dem alten Werkbuch, es eröffnet aber auch neue Möglichkeiten der Gottesdienstgestaltung", betont Pfarrer Norbert Joklitschke aus Spremberg, der für die Diakonatshelfer im Bistum zuständig ist. Wortgottesdienste könnten zwar die Eucharistiefeier nicht ersetzen, werden aber in Zukunft an Bedeutung gewinnen, ist sich der Pfarrer sicher.

So wie für Heinz Liebig aus Vetschau, der in seiner Gemeinde, die schon seit einigen Jahren keinen eigenen Pfarrer mehr hat, regelmäßig Wortgottesdienste hält. "Diese Form der Gottesdienste wird von unserer Gemeinde gut angenommen", ist seine Erfahrung. Der pensionierte Lehrer versieht seit 22 Jahren seinen Dienst als Diakonatshelfer.

Eine besondere Neuerung in dem Werkbuch ist ein "sonntäglicher Lobpreis", der auch schon in anderen Ländern eingeführt wurde. "Liturgiewissenschaftlich weiß man noch nicht, wie sich das entwickelt", sagt Pfarrer Joklitschke. Hier müsse sich die Kirche vom Heiligen Geist führen lassen. In einem Gebet werde zum Beispiel für das "Geschenk des Sonntags " gedankt. In Zeiten der Kommerzialisierung der Feiertage und umstrittener Ladenöffnungszeiten sei dies von "außerordentlicher Bedeutung".

Hohen Stellenwert hätte auch die feierliche Gestaltung der Wortgottesdienste in den Gemeinden. Elemente wie besondere Segnungen, Prozessionen oder Taufgedächtnisse seien ausdrücklich erwünscht. "Ein Gottesdienst ist Dialog mit Gott. Und ein Dialog ist immer etwas Bewegliches", so Pfarrer Joklitschke.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 43 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 28.10.2005

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