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Bistum Erfurt

Freundschaft mit Gott

Zehn Jahre Karmel in Weimar-Schöndorf

Karmel in Weimar: Die Schwestern Hildegard, Ruth, Christa, Elisabeth und Hedwig (von links). Foto: Holger Jakobi

Weimar (jak) - Seit zehn Jahren gibt es in Weimar-Schöndorf einen Karmel, in dem heute fünf Schwestern leben. Sie verstehen sich als Zeugen der Liebe Gottes.

"Anders und doch mittendrin" ist das Motto des Karmels St. Teresa in Weimar-Schöndorf. Mit diesen Worten wollen die derzeit fünf Schwestern deutlich machen, dass sie zum einen ein zurückgezogenes Leben führen, zum anderen aber – in Offenheit für das Leben – mit den Menschen und ihren Nöten verbunden bleiben. So bieten sie beispielsweise die Teilnahme an ihren Gebets- und Gottesdienstzeiten und Gesprächsmöglichkeiten an. Und, sofern es terminlich möglich ist, besteht das Angebot, sich auf Zeit im Karmel zurückzuziehen.

Am 15. Oktober besteht der Karmel St. Teresa nun zehn Jahre. Schwester Elisabeth berichtet, dass es zur Gründungsintention gehörte, bewusst in die Diaspora zu gehen. So entschlossen sich Schwestern des Dachauer Karmels nach Gesprächen mit Bischof Joachim Wanke für den Standort Weimar. In Schöndorf fanden sie ein leer stehendes Pfarrhaus und die St.-Bonifatius-Kirche. Orte, die mit neuem Leben erfüllt wurden. Schwester Elisabeth berichtet, dass die Teresianischen Karmelitinnen in kleinen Gemeinschaften zusammenleben. Als kontemplative, beschauliche Ordensgemeinschaft übernehmen sie keine pastoralen oder karitativen Aufgaben, sondern sehen ihre Hauptaufgabe im Gebet. Wichtig sind dabei die Punkte "Freundschaft mit Gott" und zugleich das "Mittragen der Nöte und Anliegen der Mitmenschen".

Bewusst wählen die Karmelitinnen einen einfachen Lebensstil, der immer wieder der Konzentration auf das Wesentliche dient. Schwester Elisabeth: "Nach dem Willen unserer Ordensgründerin Teresa von Ávila vereint unsere Lebensform eremitische Elemente – wie beispielsweise ausgiebige Zeiten des Schweigens und Alleinseins – mit einem geschwisterlichen Gemeinschaftsleben." Die heilige Teresa meinte hierzu: "Ihr sollt einander Freundinnen sein."

Zu den prägenden Elementen eines Tages im Karmel gehören am Morgen und am Abend eine Zeit stillen Gebetes. "Dabei muss jede Schwester frei ihren Weg finden, wie sie mit dem Herrn ins Gespräch kommt", berichtet Schwester Elisabeth. Neben der Meditation versammeln sich die Karmelitinnen zu geistlicher Lesung, Eucharistiefeier und fünfmal am Tag zur Feier des Stundengebetes. Daneben gibt es Zeiten der Arbeit und der Erholung – die ebenso von der Intention der Freundschaft zu Gott getragen sind.



Kontakt

Karmelitinnenkloster St. Teresa
Edith-Stein-Straße 1
99427 Weimar-Schöndorf

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 41 des 55. Jahrgangs (im Jahr 2005).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 19.10.2005

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